Die Ästhetiker machen nur noch kleinere Sprünge

Der Snowboard-Verein zieht sich von Großveranstaltungen zurück: Jetzt setzt man auf Nachwuchsförderung und Rennen im Zillertal.

Von Michael Mader

Mayrhofen –Aller guten Dinge sind drei? Manchmal eher nicht. Mit dieser Aussage lässt der weithin bekannte Verein Ästhetiker mit Sitz in Mayrhofen aufhorchen: Nachdem bereits der legendäre Wängl Tängl im Jahre 2012 mit dem zehnten Jahrestag seinen letzten Auftritt im internationalen Snowboardzirkus hatte, wird auch der Winter Mäsh, der heuer erneut in Saalbach stattfinden hätte sollen, abgesagt.

„Äußere Umstände lassen den Ästhetikern keine andere Wahl“, gibt sich Communications-Manager Pia Schroeter gegenüber der Tiroler Tageszeitung wortkarg. Durchgesickert ist, dass die Absage nicht nur finanzielle Gründe hat. „Wir haben bis zur letzten Minute alles in unserer Macht Stehende versucht, um den Event zu realisieren. Man muss aber wissen, wann es an der Zeit ist, loszulassen“, erklärt Rudi Kröll, Geschäftsführer des Ästhetiker-Vereins.

Jetzt konzentriert sich der Verein voll auf die Förderung des regionalen und nationalen Snowboard-Sports. Mit der Zillertal Välley Rälley hosted by Ride Snowboards haben die Ästhetiker diesen Winter erstmals eine Amateur-Contest-Serie mit vier Tourstops im Zillertal organisiert.

Zwei davon wurden bereits erfolgreich abgehalten: Nach den Betterparks in Hintertux und Hochzillertal steht am 25. und 26. Jänner mit dem Action-Park Zillertal Arena der dritte Bewerb auf dem Programm. „Ob Kids, Rookies, Amateure, Mädels, Pros oder Legenden, bei der Zillertal Välley Rälley startet jeder in seiner Kategorie, ganz egal ob die eigene Freestyle-Karriere erst mit diesem Event beginnt oder die alten Trophäen in der Glasvitrine bereits verstaubt sind“, sagt Schroeder. Bei allen vier Stationen sammeln die Teilnehmer Punkte für das Tour-Ranking. Neben kostenlosen Coaching Sessions und gratis Ride-Snowboard-Test steht bei jedem Tourstop ein offener Slopestyle-, Big-Air- oder Rail-Wettbewerb auf dem Programm.

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Aber auch die Kinder sind den Ästhetikern ein Anliegen: Bei den wöchentlichen Shredschool-Workshops in der Zillertal Arena und in Nassfeld sowie den Ästhetiker Shred Däys am Hintertuxer Gletscher stehen die Nachwuchsförderung und die Weitergabe von Tipps und Tricks an junge Talente im Vordergrund.

Das Snowboarden wurde im Zillertal schon immer groß­geschrieben. Einige der weltbesten Pros, darunter Tom „Beckna“ Eberharter, Wolle Nyvelt oder Werni Stock sind hier aufgewachsen. „Nicht ganz ohne den Einfluss der Ästhetiker blickt die Region heute auf über zehn Jahre Contest-Geschichte auf höchstem sportlichen Niveau zurück“, weiß Schroeder.

Ganz aufgeben wollen die Ästhetiker aber noch nicht: „Sollten die äußeren Umstände, die Location und Partner wieder passen, so wird es auch wieder einen großen Ästhetiker-Event geben. An Ideen, die Progression des Snowboardens voranzutreiben, mangelt es uns ja nun wirklich nicht“, sagt Steve Gruber, Präsident des Vereins.


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