Das Fitnesstraining exklusiv für Tiroler

Warum krabbelt Profi-Tänzerin Julia Polai am Boden herum? Die Antwort lautet: Priotonic. Die prominente Tirolerin hat die Trainingsvariante entwickelt, die spielerisch die Fitness von Sport-Profis bis hin zu Unfallpatienten fördert.

Von Judith Sam

Der Aerobic-Boom ist verstaubt, die Blütezeit des Zumba liegt hinter uns und auch das Bauch-Beine-Po-Zeitalter scheint überwunden. „Dabei wären all diese Trainingsmethoden effizient“, erklärt Promi-Tänzerin Julia Polai, während sie auf allen vieren vor ihrem ebenfalls krabbelnden Partner Michele Prioletti „flüchtet“.

Ihr Verhalten scheint im ersten Moment eigentümlich, ist jedoch Teil eines neu entwickelten Trainingskonzepts: „Das Problem bei den meisten Übungsvarianten ist, dass man in zu großen Gruppen trainiert.“ Wenn etwa beim Zumba ein Routinier neben einem Laien tanzt und die Gruppe so groß ist, dass sich der Trainer nicht jedem individuell widmen kann, kommt keiner auf seine Kosten.

Dies sei einer der Gründe, warum die Innsbruckerin und ihr Partner eine neue Trainingsvariante entwickelt haben – das so genannte Priotonic.

„Dabei trainiert man meist alleine mit dem Trainer. Muskelaufbau, Tanz sowie Ernährungsberatung werden spielerisch kombiniert und mit einem Schuss Humor abgerundet“, schildert Polai, die sich nicht zuletzt durch Auftritte bei der ORF-Show „Dancing Stars“ einen Namen ertanzt hat. Mit dem früheren Skispringer Andreas Goldberger und dem Moderator Peter L. Eppinger erzielte sie etwa jeweils den zweiten Platz bei der Tanz-Show.

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„Mir fiel dabei auf, dass meine teils ungeübten Tanzpartner rascher lernen, wenn man ihnen das Wissen mit Humor vermittelt“, erinnert sich Polai. Daher spiele diese Komponente auch beim Priotonic eine tragende Rolle: „Sie erklärt etwa auch die ,Flucht-Übung‘ auf allen vieren: Mein Partner versucht dabei, in kriechender Haltung eine Schleife zu erwischen, die an meinem Rücken angebunden ist. Durch diesen ungewohnten Bewegungsablauf wird nicht nur der Körper trainiert, man hat auch viel Spaß.“

Ebenso werden die Fitness-Übungen mit rassigen Tanzeinlagen – vom Salsa bin hin zum Jive – aufgelockert. Nur so bliebe die Motivation für Sport aufrecht. Denn wer tagaus, tagein stur auf dem Hometrainer vor sich hin strampelt, verliere bald die Muße.

Die Idee zu dem Training, bei dem in erster Linie mit dem Eigengewicht des Körpers gearbeitet wird, habe Polai so gut gefallen, dass sie eigens dafür eine Ernährungsberaterausbildung absolviert hat: „Der Großteil unserer Klienten hat den Wunsch abzunehmen. Darum macht es keinen Sinn, zu sporteln und sich anschließend kontraproduktiv zu ernähren.“

Sie wäre daher bei der obligaten Besprechung vor dem Trainingsbeginn dafür zuständig, Fragen rund um Gesundheit, Trainingsziele und Ernährungsgewohnheiten zu klären.

Diese detailreiche Vorbesprechung ist laut Prioletti der zweite Grund, warum sich Priotonic von anderen Sportarten abhebt: „Seit meiner Jugend tanze ich professionell – eine Passion, die mir bereits drei Bandscheibenvorfälle beschert hat.“ Der Großteil der Patienten wage nach solchen Verletzungen kaum das vermeintlich sichere Bett zu verlassen. Doch diese Vorgehensweise ist laut dem Italiener nicht nur falsch, sondern auch äußerst fatal: „Denn nur durch gezielten Muskelaufbau kann der Körper wieder genesen und man beugt Unfällen vor.“

Daher habe er nach dem dritten Bandscheibenvorfall begonnen, das Muskelstützkorsett um die Wirbelsäule zu trainieren: „Und um auch anderen Betroffenen zu helfen, habe ich diese Trainingserfahrungen mit meiner Ausbildung an der Italienischen Fitness-Assoziation verbunden.“

Untermalt wird die etwa einstündige Trainingseinheit, die in der Tanzschule Polai in Innsbruck oder auf Wunsch tirolweit in der Wohnung des Klienten abgehalten wird, von rassiger Musik. „Jede Einheit – ob Tanz, Muskelaufbau, Sport-Spiel oder Aufwärmen – dauert so lange wie ein Lied. Und ich stehe dabei nicht nur daneben und verbessere die Sportler, ich arbeite und schwitze mit ihnen“, erklärt Prioletti.

Erst vor wenigen Wochen ließ Prioletti das innovative Training patentieren: „Es wird folglich nur bei uns in Tirol angeboten. Doch nicht nur darum rechtfertigt sich der Preis von 230 Euro für die Erstbesprechung und den etwa zweitstündigen Tanzunterricht. Die weiteren Einheiten variieren je nach Anzahl der Personen von 25 bis 65 Euro pro Kopf.“


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