Alles Europa: Von der Wahl bis zur Euregio

Herzensanliegen pflegten gestern der neue Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher und Tirols LH Günther Platter. „Es war mir ein Herzens...

Herzensanliegen pflegten gestern der neue Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher und Tirols LH Günther Platter. „Es war mir ein Herzensanliegen, meinen ersten offiziellen Besuch in Tirol zu absolvieren“, sagte Kompatscher. Und für Platter ist Südtirol ohnehin ein Herzensanliegen. „Weil wir die gleichen Mentalitäten und Herausforderungen haben.“ Europa stellten beide Landeschefs in den Mittelpunkt und die Europaregion Tirol dabei in den Vordergrund. „Wir müssen mehr PS auf den Boden bringen, obwohl die Zusammenarbeit schon sehr gut funktioniert“, sagte Platter, der fehlende Leuchturmprojekte wie den Zusammenschluss des Stromnetzes und weitreichende Kooperationen der Universitäten einmahnte. Unverständlich ist Platter das Tarif- und Ticketsystem für den öffentlichen Verkehr zwischen Innsbruck und Bozen.

Das Europa der Regionen bezeichnet Kompatscher als große Chance für die Zukunft der Europäischen Union. „Es benötigt mehr Europa und keinen Rückfall in nationalstaatliches Denken. Das wird ein langer Prozess werden, bei dem die Regionen eine zentrale Aufgabe übernehmen müssen.“

Makroregion Alpen heißt für Kompatscher und Platter die Zukunftsvision. „Wir verstehen uns als Kernregion und wollen die inhaltliche Ausgestaltung vorantreiben“, betonten beide. Die EU-Kommission erwartet sich konkrete Vorschläge für die Makroregion Alpen, bei der laut Platter die Alpenkonvention eine zentrale Rolle spielen soll.

Sollte Tirol künftig nach der EU-Wahl im Mai keinen EU-Parlamentarier mehr stellen, so kündigte Platter an, dass der Südtiroler Vertreter im EU-Parlament – voraussichtlich Hans Dorfmann (SVP) – in den Nordtiroler Gremien vertreten sein könnte, „schließlich vertritt er die Tiroler Interessen nördlich und südlich des Brenners“.

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SPÖ-intern beschäftigt derzeit ebenfalls die EU-Wahl. Dass der erst frisch gekürte SP-Nationalrat Max Unterrainer Richtung Europaparlament schielt, war doch zu viel des Guten. Damit konnte Tirols SP-Chef Gerhard Reheis bei Kanzler und Parteiobmann Werner Faymann nicht punkten. In ein Fixplatz wird es wohl auch nicht werden. Auf Platz sechs könnte hingegen eine Tiroler SP-Kandidatin gereiht werden. Im Gespräch ist die Imster Volksschuldirektorin Karoline Graswander-Hainz. Die Entscheidung fällt Donnerstag im Bundesparteivorstand.

Wahlbeginn ist heute in der Arbeiterkammer. Ab heute können die Briefwähler ihre Stimme abgeben. Wahlberechtigt sind in Tirol insgesamt 245.500 Beschäftige. In den Betrieben kann vom 27. Jänner bis 7. Februar gewählt werden. (pn)


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