Über den Bühnenrand schauen

Das Projekt „Theater von heute für morgen“ vernetzt Theatergruppen aus ganz Tirol.

© Theaterverband Tirol

Innsbruck –Tirol ist ein verspieltes Land – im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Tiroler Theaterverband sind landauf, landab mehr als 240 Gruppen vereint, die mit viel Leidenschaft und großem persönlichem Einsatz die Bühne stürmen. Acht davon hauen sich am Wochenende auf ein Packerl, um im Freien Theater Innsbruck das ambitionierte Projekt „Theater von heute für morgen“ zu präsentieren. Ausgehend von der Initiative „Theaternetz Tirol“, die anno 2012 gegründet wurde und vom Land Tirol jährlich mit 60.000 Euro unterstützt wird, gibt’s dabei eine dramatische Collage zum Thema „Nachhaltigkeit“ zu sehen. Der Anstoß dazu kam vom Schriftsteller Hans Augustin, der bei der Landwirtschaftskammer für kulturelle Belange zuständig ist – und mit seiner Idee beim Theaterverband Tirol auf offene Ohren stieß.

Der tirolweiten Ausschreibung folgten am Ende dann acht Gruppen, die – teils in Kooperationen – sechs Stücke kreiert haben, die am Samstag und Sonntag (jeweils ab 18 Uhr) zur Aufführung kommen. Die Herangehensweisen an das Thema „Nachhaltigkeit“ sind dabei höchst unterschiedlich, wie Hermann Freudenschuss, einer der Koordinatoren des Projekts der TT erzählt. So geht es nicht nur um die Zerstörung und Heilung der Welt, sondern auch um höchstpersönliche Lebensgeschichten, utopische Träume, generationsübergreifende Zukunftsvisionen oder dubiöse Mordfälle. Freudenschuss, der selbst beim Stück „Die lange Bank“ des Projekttheaters Hall Regie führt, freut aber vor allem, dass die Idee der Vernetzung funktioniert hat. Neben Gruppen aus Innsbruck und Umgebung sind etwa auch die Theatergruppe Vorderes Ötztal und die Volksbühne Tux vertreten. Nach der Doppel-Premiere am Wochenende soll das Projekt übrigens weiterziehen: Für Mai sind Aufführungen in Hall und im Ötztal geplant – die Stücke werden dann als Stationentheater inszeniert. Als Aufführungsorte sollen die dortigen Recyclinghöfe herhalten – nachhaltiger könnte eine Kulisse wohl kaum sein.

Schon im Vorjahr zeigte die Initiative „Theaternetz Tirol“, dass man hierzulande gern über den Bühnenrand schaut: Acht Regisseure und 30 Mimen aus ganz Tirol wagten sich damals an Franz Kranewitters Dramenzyklus „Die sieben Todsünden“ und „Der Totentanz“. Auch 2014 wollen die Gruppen näher zusammenrücken und miteinander kooperieren: Neben biographischem Theater will man sich auch der leichteren Muse widmen – und sich an Sketches wagen. (fach)


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