Für 19 Wochen kehrt der Totentanz heim nach Lienz

Die fünfte Fassung von Albin Egger-Lienz’ „Totentanz 1809“ wurde 2006 restituiert und versteigert. Für eine Ausstellung kehrt das Bild zurück.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Seit den 1940er-Jahren war dieses Gemälde eines der Glanzstücke des Egger-Lienz-Bestandes auf Schloss Bruck in Lienz: der „Totentanz 1809“ in seiner fünften Fassung, geschaffen im Jahr 1921. Von den insgesamt sechs Varianten, die Albin Egger-Lienz (1868–1926) von diesem Motiv schuf, befand sich nur eine weitere ebenfalls in Tirol, und zwar im Landesmuseum Ferdinandeum.

Doch 2006 stellte sich der Lienzer „Totentanz“ als Restitutionsfall heraus. In den Wirren der NS-Ära hatte man dem ursprünglichen Besitzer, einer jüdischen Familie, das Werk zu Unrecht abgenommen. Die Stadt gab es den Erben zurück, diese ließen es am 30. Mai 2006 im Wiener Dorotheum versteigern. Erworben hat es Rupert-Heinrich Staller, dessen Mutter aus Osttirol stammt: zum Rekordpreis von 912.000 Euro brutto. Seither ist es in Privatbesitz.

Doch von 15. Juni bis 26. Oktober wird das Meisterwerk wieder in Lienz zu sehen sein. Gezeigt wird es im Rahmen der Ausstellung „Totentanz: Egger-Lienz und der Krieg“. „Wir freuen uns sehr, dass die Verhandlungen mit Rupert-Heinrich Staller erfolgreich waren“, schildert Silvia Ebner, Leiterin des Museums Schloss Bruck. „Er ließ sich vom Ausstellungskonzept überzeugen.“ Kuratoren sind Helena Perena und Stephan Koja. Bevor „Egger-Lienz und der Krieg“ auf Sommerfrische nach Osttirol kommt, ist die Schau im Wiener Belvedere zu sehen.

Die fünfte Fassung des „Totentanz“ bekommt in den Ausstellungsräumen von Schloss Bruck Gesellschaft. „Weitere drei Versionen dieses Motivs werden ebenfalls zu sehen sein“, sagt Ebner. Dabei handelt es sich um die erste Fassung aus dem Belvedere in Wien, um die zweite (Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum) und die dritte Fassung (Landesmuseum Klagenfurt). Die Gemälde sind nicht nur unterschiedlich groß, sondern auch in verschiedenen Techniken gemalt. Die fünfte Fassung ist etwa in Öl auf Holz ausgeführt. Für die dritte Fassung arbeitete Egger-Lienz in Kasein auf Leinwand. Insgesamt beschäftigte sich der Maler von 1906 bis 1921 mit diesem Thema.


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