Jeder vierte Verkehrstote auf Tirols Straßen war ein Motorradfahrer

Ein Viertel der tödlich verunglückten Personen in Tirols Straßenverkehr waren im vergangenen Jahr Motorradfahrer, teilte die Polizei heute bei einer Pressekonferenz mit. Die Landesverkehrsabteilung startet daher eine Kampagne zur Verkehrssicherheit.

Innsbruck – Rund jeder vierte Verkehrstote in Tirol im Jahr 2013 war ein Motorradfahrer. „Diese Zahlen sind umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der Motorradverkehr nur etwa zwei Prozent der Gesamtverkehrsleistung ausmacht“, erklärte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

13 der insgesamt 46 tödlich verunglückten Personen in Tirols Straßenverkehr waren Motorradfahrer. „In nur wenigen Monaten, in denen die Motorradfahrer unterwegs sind, hatten wir also über ein Viertel aller Verkehrstoten zu verzeichnen“, meinte Tomac. Insgesamt stamme rund die Hälfte aller tödlich Verunglückten aus dem Ausland. „Bei den Motorradtoten handelt es sich aber zu 70 Prozent um Ausländer“, erklärte der Landespolizeidirektor.

Das Risiko in Tirol, Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls zu werden, ist – rein statistisch gesehen – im Sommer zwischen 11 und 20 Uhr auf einer Landesstraße am größten. In den drei Sommermonaten Juni, Juli und August war die Hälfte aller Verkehrstoten zu beklagen. Genau die Hälfte der Todesopfer verunglückte auf den höherrangigen Landesstraßen B (früher Bundesstraßen), nur drei auf Autobahnen. Die Liste der Unfallursachen führt weiter die Geschwindigkeit an. Ein Drittel aller tödlichen Unfälle ist auf zu hohes Tempo zurückzuführen. Mit deutlichem Abstand folgen Unachtsamkeit bzw. Ablenkung und Vorrangverletzungen, dicht gefolgt von Überholmanövern.

Verkehrssicherheitskampagne zur Motorradsicherheit

„Wir werden 2014 eine Verkehrssicherheitskampagne zur Motorradsicherheit starten“, meinte Bernhard Knapp, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht. Das Land Tirol sei ständig bemüht, die Zahl der Opfer von Verkehrsunfällen weiter zu senken, betonte Knapp. Ein Instrument dazu sei der Verkehrssicherheitsfonds, der u.a. mit Kostenbeiträgen für Wunschkennzeichen gespeist wird. Aus aktuellem Anlass sollen dazu heuer Kampagnen zur Bewusstseinsbildung bei Motorradfahrern und auch bei Senioren bezahlt werden. Schließlich fanden im Vorjahr 14 ältere Menschen auf Tirols Straßen den Tod. Nicht ohne Stolz verwies Knapp auch auf die Schutzwegaktion des Landes, bei der die Beleuchtung und Markierung von Zebrastreifen verbessert wird. Mit dem Einsatz von 367.500 Euro habe die Zahl der Unfälle mit Fußgängern seit dem Jahr 2007 mehr als halbiert werden können.

Grundsätzlich sei das Gesamtergebnis der Verkehrsunfälle in Tirol aber durchaus erfreulich, sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac abschließend. „Wir haben einen leichten Rückgang beim Gesamtunfallgeschehen zu verzeichnen und zumindest nach den uns vorläufig vorliegenden Zahlen einen historischen Tiefstand bei den Verletzten“, fügte der Landespolizeidirektor hinzu. Die endgültigen Zahlen sollen erst nach dem ersten Quartal 2014 veröffentlicht werden. (APA, TT)


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