Höhere Steuer: Autokäufer geben noch vor März Gas

Im Vorjahr haben Österreichs Autoverkäufe spürbar abgebremst. Der angekündigten Erhöhung der NoVA mit 1. März wollen viele ausweichen.

Von Alois Vahrner

Innsbruck, Wien – Die Pkw-Neuzulassungen in Österreich sind 2013 um 5,1 % geschrumpft. Insgesamt wurden 319.035 Autos neu zugelassen, wovon rund 25.000 exportiert wurden. Die Zahl der Tages- und Kurzzulassungen, mit denen die Verkaufszahlen aufgebessert werden, hat im Vorjahr von 7,9 auf 8,2 Prozent zugelegt.

In Tirol wurden 25.934 neue Pkw und Kombi zugelassen, um 1247 oder 4,6 % weniger als 2012, sagt Autohandels-Obmann Wolfgang Rötzer. Ein Plus von 17 % im Dezember habe ein schlechteres Ergebnis verhindert. Der Gebrauchtwagenmarkt war mit etwa 1,5 % im Plus.

Für heuer erwartet die Kfz-Branche laut Rötzer ein Stagnieren der Verkaufszahlen – vorausgesetzt, die Konjunktur zieht leicht an und die Steuererhöhungen fallen moderat aus. Sollte es eine deftige Anhebung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) und der motorbezogenen Versicherungssteuer geben, dann drohen Demonstrationen, warnen Händler und Importeure bereits jetzt.

Die Nachfragen von Konsumenten wegen der angekündigten Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) mit 1. März haben zuletzt deutlich zugenommen. Rötzer rechnet mit etlichen Vorziehkäufen im Februar, um der Verteuerung zu entgehen. PS-stärkere bzw. spritfressende Autos sind von der Steuererhöhung stärker betroffen. Ab 1. März wird der NoVA-Höchststeuersatz beim Neuwagenkauf von 16 auf 30 Prozent angehoben. Zusätzlich werden, wie berichtet, die Kraftfahrzeugsteuer und die motorbezogene Versicherungssteuer (jährlich fällig) angehoben. Damit will der Staat künftig insgesamt 280 Mio. Euro mehr im Jahr von den Autofahrern kassieren.

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Wenn bei der neuen Bundesregierung „sonst auch vieles zu wünschen übrig lässt, der ‚Autofahrer-Schröpf-Reflex‘ funktioniert“, wettert der ÖAMTC. Auf einem neu installierten Rechner können sich Autofahrer über die NoVA- Auswirkungen informieren. Proteste an die Regierung können via Mail ebenfalls auf der Startseite des Autofahrerclubs erledigt werden.

Begrüßt wird die Änderung indes vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Für fast alle Neuwagen unter 120 Gramm CO2 würde man nach der NoVA-Reform weniger oder gleich viel NoVA zahlen wie bisher. Für Autos mit weniger als 90 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer sei gar keine NoVA fällig.


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