Maulwurf hält Kanäle der Stadt instand

Von Denise Daum...

Von Denise Daum

Innsbruck –Die Innsbrucker Kommunalbetriebe versenken Millionen unter die Erd­e – im wahrsten Sinne des Wortes. Im Rahmen der „Kanaloffensive“ werden die IKB bis 2020 insgesamt 100 Millionen Euro investieren. Rund ein Zehntel davon fließt in einen neuen Sammelkanal für Abwasser, den so genannten Sammler West an der Innsbrucker Innpromenade zwischen Rechengasse und Universitätsbrücke bis hin zur Ottoburg. Dieser Sammler soll vor allem das Innsbrucker Zentrum entlasten. Vorausschauende Instandhaltung sei wichtig für den Hochwasser- und Gewässerschutz, betont IKB-Chef Harald Schneider. Die alten Systeme seien nicht mehr aufnahmefähig. Immerhin kommen nicht nur die Abwässer der Stadt Innsbruck hier zusammen, sondern auch jene der Mittelgebirgsgemeinden.

Beim Kanalbau setzen die IKB auf die „Maulwurf-Methode“, bei der sich eine Vortriebsmaschine unter­irdisch von der Start- bis zur Zielgrube vorarbeitet und jeweils ein Rohr nach dem anderen andocken wird. Diese grabenlose Methode habe im Vergleich zum offenen Aushub viele Vorteile, erklärt Abteilungsleiter Bernhard Zit: kaum Aushubmaterial – „wir sparen uns 650 Lkw-Fahrten durch die Stadt“ – und schonender für die rund 60 Bäume im betroffenen Gebiet. Außerdem bleibt den IKB und den Innsbruckern eine verkehrsbehinderte Großbaustelle im Zentrum erspart. „Die Beeinträchtigungen betreffen vor allem Fußgänger und Radfahrer“, sagt Zit. Eine Totalsperre sei nicht notwendig.

Der Maulwurf, also die Zugmaschine, wurde gestern in der Startgrube versenkt. Zentimeter für Zentimeter wird sie sich nun in den nächsten acht Wochen bis zur Innbrücke vorarbeiten. An der Ottoburg und damit am endgültig­en Ziel soll die Maschine im Mai ankommen. Nerven aus Stahl müssen jene Mitarbeiter haben, die sich in der Maschin­e sechs Meter unter der Erde befinden. „Das ist sicher nicht jedermanns Sache“, gibt Schneider zu.

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