Wolf als „nützliches Wildtier“

Anwesenheit von Wolf, Bär und Luchs hätte laut WWF in Tirol positive Effekte.

Innsbruck –Die Wildtiersaison 2013 verlief in Nordtirol ruhig. Kein Bär. Kein Wolf. Zumindest keine Nachweise darüber. Wesentlich turbulenter ging es bei den Schweizer Nachbarn zu, die einen Abschuss über einen mittlerweile toten Wolf heftig diskutieren. Der WWF nahm diese Debatte am Mittwoch zum Anlass, ein Plädoyer für den Wolf „als nützliches Wildtier“ zu halten – gerade in Tirol.

„Auch in Österreich kämpft der Wolf mit Akzeptanzproblemen“, so Bernhard Kohler vom WWF. „Dabei leidet die Natur unter der Abwesenheit von großen Beutegreifern wie Wolf oder Braunbär.“

Besonders die Bergwälder brauchen die Beutegreifer, um Hirsche, Rehe und Gämsen in Schach zu halten, so Kohler. 2013 wurden in Österreich gerade einmal drei Wölfe nachgewiesen. Wegen der hohen Dichte an Rothirschen, Rehen und Gämsen in Österreich sind Gebirgswälder einem starken Verbissdruck ausgesetzt, erklärte der WWF. Der Wald kann sich deshalb auf riesigen Flächen nicht ausreichend verjüngen. Die Bergwälder verlieren dadurch langfristig ihre Schutzfunktion gegen Hochwässer, Muren und Lawinen. Dieser Qualitätsverlust des Waldes könnte demnach durch die regelmäßige Anwesenheit von Wölfen entschärft werden. „Die Beutegreifer sorgen dafür, dass sich die Rotwild-, Reh- und Gams-Bestände räumlich ungleichmäßig verteilen. Dadurch entstehen große verbissfreie Flächen, auf denen sich auch empfindliche Baumarten verjüngen können.“ (APA)

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