Abgemeldet: Streit um Bauernkredit

Weil er nicht mehr auf dem 2009 erworbenen Hof wohnt, soll Michael Labek ein 300.000-€-Darlehen des Landeskulturfonds zurückzahlen.

Von Peter Nindler

Thiersee –Der Kauf des Oberbichlhofs in Thiersee durch Michael Labek, den Sohn des Unterländer Unternehmers Richard Labek, sorgte bereits 2009 für Diskussionen. Um 1,2 Mio. Euro ging der Hof in den Besitz Labeks über. Gleichzeitig erhielt er vom Landeskulturfonds ein günstiges Ankaufsdarlehen von 300.000 Euro. Vater Richard bürgte dafür. Voraussetzung für den Kredit und um den „Siedlungserfolg“ sicherzustellen war jedoch, dass Michael Labek bis Ende 2011 seinen Hauptwohnsitz am Oberbichlhof anmeldet. Das tat er auch am 15. November 2011. Doch bereits ein Jahr später hat er ihn wieder abgemeldet. Und das führt jetzt zu einer pikanten Auseinandersetzung zwischen Labek und dem Landeskulturfonds des Landes.

Als der Landeskulturfonds nämlich im November des Vorjahres erfahren hatte, dass Labek nicht mehr am Oberbichlhof wohnt, wurde ihm das Darlehen fällig gestellt. Er muss auch die „zu Unrecht bezogenen Zinsenzuschüsse“ seit 13. Dezember 2012 zurückzahlen. Das will Labek so nicht akzeptieren. „Ich lasse das derzeit rechtlich prüfen. Ich bewirtschafte den Hof ordentlich, aber ich halte mich überwiegend auf meinem Pachtbetrieb Gut Aigen in Kufstein auf.“ Gleichzeitig betreibe er in Kufstein seine gesamte Pelletsproduktion. „Und laut Gesetz muss ich dort meinen Hauptwohnsitz anmelden, wo ich mich mehr als 50 Prozent aufhalte“, ergänzt Labek.

Das Land sieht dies jedoch anders, wie aus einer Anfragebeantwortung von Agrarreferent LHStv. Josef Geisler (VP) an LA Andreas Brugger (Liste Fritz) hervorgeht. „Für den Landeskulturfonds ergibt sich mit dieser Abmeldung eine einschneidende Veränderung des Bewilligungstatbestandes für das Ankaufsdarlehen.“ Da ein positiver Siedlungsbescheid Grundlage für die Bewilligung des Darlehens gewesen sei, hätte man somit auch die darin enthaltenen Auflagen, u. a. Begründung des Hauptwohnsitzes für die gesamte Darlehenslaufzeit, einhalten müssen.

Labek wiederum geht nicht davon aus, „dass das Darlehen so leicht zurückgefordert werden kann“. Mehr als 100 Schafe hält Labek auf dem Hof und auf Pachtflächen. Im Gebäude selbst hat er drei Wohnungen saniert und langfristig vermietet. Es seien alles Hauptwohnsitze, eine Wohnung habe eine Familie aus München gemietet, erklärt Labek abschließend. Einige von Brugger in der Landtagsanfrage aufgestellten Behauptungen bezeichnet er als rufschädigende Unterstellungen.

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