Ein Haus mit nur einem Tag Bauzeit

Ein Schweizer Holzbauer und ein Architekt verrieten am proHolz-Tag der Bildungswoche der österreichischen Holzbau- und Zimmermeister in Alpbach ihr Erfolgsgeheimnis: Netzwerken statt Schachteldenken.

Alpbach –Aus einer winzigen Sägerei hat der Schweizer Max Renggli ein Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern gemacht, in dem es nach wie vor um Holz geht. Allerdings um das Bauen mit Holz in einem neuen, den Bedürfnissen der in der Schweiz angepeilten 2000-Watt-Gesellschaft gerecht werdenden, Sinn. Mit dem Ziel, mittels computergesteuerten Maschinen nach den Entwürfen von Architekten Häuser millimetergenau so weit vorzufertigen, dass sie in wenigen Tagen montiert werden können. Ein Einfamilienhaus in einem Tag, eines mit mehreren Wohnungen in acht Tagen.

Das Denken und Werken in internen wie externen Netzwerken sei das Geheimnis zum Erfolg, legte Renggli den österreichischen Holzbau- und Zimmermeistern, die diese Woche in Alpbach tagten, eindringlich ans Herz. Ein Denken nicht in einzelnen Schachteln, sondern in Gesamtkonzepten. Und da auch die Kunden immer anspruchsvoller werden, funktioniere das laut Renggli nur mit Mitarbeitern am höchsten Stand der Technik.********

Der Holzbau erreicht längst Werte wie der traditionelle Massivbau, etwa in Sachen Tritt- und Luftschall oder Flexibilität. Ganz abgesehen von der Ökologie der verwendeten Materialien und dem guten Raumklima. Und dass diese modernen Holzhäuser durchgehend Null-Energie- oder sogar Plus-Energie-Häuser sind, ist für Renggli gar nicht extra erwähnenswert.

Dass das Bauen mit vorgefertigten Holzmodulen kein Widerspruch zu moderner Architektur ist, zeigen die Bauten des Schaffhausener Architekten Peter Sandri, von denen er einige in Alpbach vorgestellt hat. Etwa eine Sternwarte, die er mit minimalen Mitteln auf eine große grüne Wiese gestellt hat. Als reizvolles, vielfach gegliedertes Hybrid aus Beton- und Holzhaus, größtenteils gebaut aus vorgefertigten Teilen. Allein die hölzerne Fassade wurde von örtlichen Zimmerleuten händisch montiert.

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Sandri baut seit 1994 bevorzugt mit Holz bzw. hölzernen Modulen. Er ist auch Mitinitiator von ARCHITOS, einem Verband gleichgesinnter Schweizer Architekten. Sie entwickeln Projekte im Team, tauschen Erfahrungen aus. Seine ersten Ideen für ein Gebäude zeichnet Sandri aber noch immer ganz altmodisch per Bleistift auf Papier. (schlo)


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