Treibhausgasbilanz 2012: 2,7 Mio. Tonnen weniger Emissionen

Der Zielwert für die Kyoto-Periode von 2008 bis 2012 wurde mit einem Gesamtausstoß von 415,9 Millionen Tonnen deutlich überschritten.

Wien - Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die CO2-Werte im Jahr 2012 um 3,3 Prozent gesunken. Das geht aus der aktuellen Treibhausgasbilanz hervor, die heute, Mittwoch, bei einem Pressegespräch des Umweltbundesamtes und des Lebensministeriums in Wien vorgestellt wurde. Der Zielwert für die Kyoto-Periode von 2008 bis 2012 wurde mit einem Gesamtausstoß von 415,9 Millionen Tonnen deutlich überschritten.

Für die künftige Klimapolitik hat sich Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) allerdings vorgenommen, Österreich „zum Umwelt-Vorreiter Europas zu machen“: „Wenn wir hier eine Führungsrolle einnehmen wollen, müssen wir frühzeitige und ambitionierte Ziele definieren. Nur so können wir unseren Kindern die Welt später in gleich gutem oder sogar besserem Zustand übergeben“. Vor allem die Reduktion von Treibhausgasen, der Ausbau von erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz müssten in Zukunft im Fokus stehen. Auf diese Weise sollen die Kyoto-Ziele für die Periode von 2013 bis 2020 ohne Zertifikate erreicht werden.

80,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent wurden 2012 in Österreich ausgestoßen. Die Treibhausgasemissionen sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Millionen Tonnen (3,3 Prozent) gesunken. Bereits seit 2005 konnten der CO2-Ausstoß hierzulande um 13 Prozent gesenkt werden. „Im selben Zeitraum ist die Wirtschaft trotz Krisenjahre um ca. elf Prozent gewachsen“, erklärte Jürgen Schneider, Programmleiter Wirtschaft und Wirkung im Umweltbundesamt.

Kyoto-Erfüllung durch Einsatz von Zertifikaten

Das Kyoto-Ziel für die Periode von 2008 bis 2012 konnte Österreich nicht erfüllen: Für diesen Zeitraum hatte man sich vorgenommen, 13 Prozent weniger Schadstoffe als im Jahr 1990 zu produzieren. Anstelle des Zielwertes von 343,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen lag der Wert jedoch bei 415,3 Millionen Tonnen. Um die Kyoto-Verpflichtung zu erfüllen, mussten deshalb knapp 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenz - laut Schneider umgerechnet etwa 500 Millionen Euro - in Form von Zertifikaten eingesetzt werden.

„Das Kyoto-Protokoll lässt diese Mittel zu. Schöner wäre es natürlich, wenn wir das anders geschafft hätten“, so Schneider. Belastet wurde die Treibhausgasbilanz von fünf Millionen Tonnen, die durch die Gratiszuteilung bereits an Unternehmen vergeben, jedoch nicht aufgebraucht wurden. Sie sollen nun entweder weiter verkauft oder in die dritte Kyoto-Periode mit genommen werden.

Vor allem zwei Bereiche hätten laut Schneider dazu beigetragen, dass Österreich sein Kyoto-Ziel nicht erreicht hat: Die Industrie und das „Sorgenkind“ Verkehr, gefolgt von Landwirtschaft und Energieaufbringung. Positiv hätte sich hingegen die Neubewaldung und Entwaldung ausgewirkt. (APA)


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