Air Berlin leiht sich weitere 50 Mio. Euro am Kapitalmarkt

Mit dem Erlös solle unter anderem eine im November auslaufende Anleihe zu besseren Konditionen refinanziert werden.

Maschinen der Air Berlin.
© dapd

Berlin/Frankfurt - Die angeschlagene Fluglinie Air Berlin will sich durch die Aufstockung einer Anleihe weitere 50 Mio. Euro am Kapitalmarkt borgen. Mit dem Erlös solle unter anderem eine im November auslaufende Anleihe, für die Air Berlin jährlich 11,5 Prozent Zinsen zahlt, zu besseren Konditionen refinanziert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Durch die neuen Teilschuldverschreibungen, die nur bei institutionellen Investoren platziert werden, stockt Air Berlin, Muttergesellschaft der österreichischen Airline Niki (flyniki), eine 2018 auslaufende Anleihe mit einem Zins von 8,25 Prozent auf mindestens 200 Mio. Euro auf. Derzeit ist Air Berlin über drei Unternehmensanleihen mit einer halben Milliarde Euro verschuldet, für weitere rund 145 Mio. Euro hat das Unternehmen Wandelanleihen begeben.

Die Air-Berlin-Aktien brachen mehr als drei Prozent auf 2,16 Euro ein und waren damit die größten Verlierer im Kleinwerteindex SDax. Die neuen Teilschuldverschreibungen werden den Angaben zufolge für 101,5 Prozent ihres Nennwertes verkauft und voraussichtlich am 21. Jänner emittiert.

Deutschlands zweitgrößte Airline nach der Lufthansa steckt seit Jahren in der Krise und hat sich eine Schrumpfkur verordnet: Der Streckenplan wurde ausgedünnt, Flugzeuge verkauft und jeder zehnte der 9.000 Jobs gestrichen. Die Sanierung, mit der Air Berlin jährlich 200 Mio. Euro einsparen will, soll nach den Worten von Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer in diesem Jahr abgeschlossen werden. Finanzspritzen erhielt Air Berlin auch vom Großaktionär Etihad, der Fluglinie aus dem ölreichen Golf-Emirat Abu Dhabi. Etihad-Chef James Hogan hatte die Finanzlage von Air Berlin zuletzt als stabil bezeichnet. (APA/Reuters)

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