Osttirol bekommt einen dritten Augenarzt

Ab 1. Juli bieten Tiroler Gebietskrankenkasse und Ärztekammer eine neue Kassenstelle. Der Bezirk soll Kandidaten mit „Zuckerln“ locken.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Es ist ein Lichtblick für Patienten mit Augenleiden in Osttirol und Oberkärnten: Ab heurigem Juli soll ein dritter Augenarzt in Lienz ordinieren, der auch Versicherte der Gebietskrankenkasse behandelt. Ärztekammer und Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) vergeben nun doch eine dritte Vertragsarztstelle in Osttirol.

Diesem Entschluss war ein langes Tauziehen vorausgegangen. Nach einer Pensionierung standen den Hilfesuchenden nur noch zwei Augenärzte im Bezirk zur Verfügung. „Das genügt auch für die rund 50.000 Einwohner“, hieß es damals von Seiten der TGKK. Was für die Tiroler Kasse nämlich nicht ins Gewicht fällt, sind die rund 20.000 Oberkärntner, die ebenfalls augenärztliche Hilfe in Osttirol suchen. Die Versorgung dieser Patienten sei Angelegenheit der Kärntner, nicht der TGKK.

Inzwischen hat sich in Innsbruck die Sichtweise geändert. „Wir reagieren mit der dritten Kassenstelle auf die regionalen und strukturellen Besonderheiten“, erklärt TGKK-Obmann Werner Salzburger den Sinneswandel. „Die zwei Augenärzte in Lienz sind überdurchschnittlich stark beschäftigt“, erklärt Salzburger. Osttiroler müssten wegen der geographischen Lage längere Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen. „Wir haben genug Beschwerden darüber bekommen“, so der Obmann.

Dabei spielt auch Geld offenbar keine Rolle. „Obwohl die dritte Kassenstelle rein rechnerisch eigentlich nicht zu vergeben wäre, tun wir es trotzdem.“ Teurer wird es für die TGKK, denn die Ober­kärntner Patienten zahlen ja keine Beiträge in Tirol ein. „Die Mehrkosten nehmen wir in Kauf“, sagt Salzburger.

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Die Suche nach einem Augenarzt, der sich in Lienz niederlassen will, beginnt demnächst. „Wir inserieren in der Ärztekammerzeitung und ähnlichen Medien“, erklärt der Obmann. Damit Ärztekammer und Gebietskrankenkasse auch fündig werden, solle die Stadt Lienz für zusätzliche „Zuckerln“ sorgen. Als Beispiel nennt Salzburger die Stadt Kufstein. „Dort zahlt der neue Kinderarzt drei Jahre keine Miete für seine Ordination.“

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik freut sich über die dritte Kassenstelle. Gemeindeeigene Gebäude, die sich als Ordination eignen, fallen ihr allerdings nicht ein. „Ich kann mir aber vorstellen, dass der Krankenhausverband das eine oder andere ‚Zuckerl‘ bieten kann“, sagt sie. Auf diese Weise hätten sich auch neue Turnusärzte für das Krankenhaus finden lassen.


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