Hagertaler fürchten sich vor Staumauer

Die Diskussion um den Hochwasserschutz geht in Kössen weiter. Mehr Information fordern die Grundstückseigentümer im Hagertal.

Von Verena Hofer

Kössen –Die möglichen Retentionsflächen im Hagertal wurden beim TT-Forum für den Hochwasserschutz in Kössen mehrmals angesprochen. Eine Studie befindet sich in der Endausarbeitung, die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Abwarten wollten die Studie auch die Hagertaler, aus diesem Grund hat kein Vertreter an der Diskussion teilgenommen. Gedanken zu den mögliche Überflutungsflächen haben sich einige Bürger bereits gemacht.

Eine 30 Meter hohe Staumauer diente Josef Hechenbichler als Ausgangslage. Die Umsetzung wurde im Jahre 1987 überprüft, jedoch anschließend nicht mehr weiterverfolgt. Laut Hechenbichler könnte am Ende des Hagertales ein Fließwasserkraftwerk entstehen. Mit vielen Zahlen untermauerte Hechenbichler seinen Vorschlag. Angst davor haben die Hagertaler. In einer schriftlichen Mitteilung nach dem TT-Forum ortet die Aktionsgemeinschaft: „Eine Mauer im Hager erhöht schlicht den Verkaufspreis in den Niedriggebieten. Bei allem Verständnis für die schlimme Situation dieser Menschen kann das im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass wir für die Fehler anderer unsere Existenz opfern müssen.“ Hubert Steiner, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, meint, dass Bewilligungen für eine Staumauer sehr schwer sind. Steiner kennt den Endbericht nicht, jedoch glaubt er kaum, dass die Talsperre die erste Lösung sein wird.

Klargestellt haben die Hagertaler, dass sie Angst um ihre Lebensgrundlage haben: „Darüber hinaus sind wir aber auch nicht gewillt, einer Naturzerstörung tatenlos zuzusehen.“ Das Hagertal gehört zum Landschaftsschutzgebiet Hefferthorn-Fellhorn-Sonnenberg. Sobald die Studie vorliegt, soll es ein Gespräch mit den betroffenen Eigentümern, Bürgermeister Stefan Mühlberger und den Verantwortlichen der Abteilung Wasserwirtschaft geben. Mühlberger erklärte, dass die Studie vorerst ein Entwurf sei: „Es muss mit den Grundeigentümern, die ein wesentlicher Faktor sind, erst alles gelöst werden.“ Auf Facebook haben die Hagertaler die mangelnde Kommunikation kritisiert: „Die Bereitschaft, Grundstücke im Hagertal freiwillig zur Verfügung zu stellen, schwindet.“

Die Abwesenheit und das damit „offensichtliche Desinteresse“ von Politikern kritisierte FPÖ-Bezirksobmann Robert Wurzenrainer: „Die FPÖ-Bezirkspartei fordert die Abgeordneten aus dem Bezirk dringend auf, alles Erdenkliche zu unternehmen, um schnellstmöglich einen effektiven Hochwasserschutz für die Kössener zu bauen.“

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