Kleiner Wunsch, große Lücke

Interventionen für einen zusätzlichen Schnellzughalt im Oberland führen zu einer Lücke im Taktverkehr bei Rum.

Von Christoph Mair

Innsbruck, Rum –In einem vertraut gewordenen, dicht gewobenen Netz fällt eine plötzliche Lücke umso mehr auf und schmerzt umso stärker. Das trifft auch auf die S-Bahn-Verbindungen zwischen Rum und Innsbruck zu. Bisher verkehrten die Talentzüge unter der Woche tagsüber im Viertelstundentakt, am Wochenende in geringerer Frequenz.

Doch der Fahrplanwechse­l Mitte Dezember wirbelte die verlässliche Regelmäßigkeit am Nachmittag gegen 15 Uhr durcheinander. Werktags klafft seitdem ein Loch von zuglosen 45 Minuten im Fahrplan. An Sonn- und Feier­tagen sind es gar eine Stunde und 45 Minuten. Zwischen 14.42 und 16.27 Uhr hält an der Station in Rum kein Zug.

Beim Blick auf den Fahrplan verwundert, dass zwar um 15.23 Uhr eine S-Bahn Hall verlässt (und um 15.31 Uhr in Innsbruck ankommt), gerad­e bei dieser Verbindung der früher vorgesehene Stopp in Rum jedoch gestrichen worde­n ist. Als einziger den ganzen Tag über, wohlgemerkt.

Von Bahnfahrern darauf aufmerksam gemacht, hat die TT bei den ÖBB nach dem Grund für diese Ausnahm­e gefragt. Pressesprecher Ren­e Zumtobel betonte auch gleich, dass man sich des Problems bewusst sei. Er erklärte es jedoch mit der Komplexität des Fahrplans zu genau dieser Zeit: Hintergrund sei der neu eingeführte Eurocity von Graz über Innsbruck nach Zürich. Oberländer Touristiker und Pendler hätten für diesen Zug vehement einen Halt in Ötztal-Bahnhof gefordert.

Ein Wunsch, der von der Bahn nur durch eine frühere Abfahrtszeit in Innsbruck erfüllt werden konnte, erklärt ihr Sprecher. Weil auf den Euro­city aber in Innsbruck auch Passagiere umsteigen, musste hierfür genug Zeit vorhanden, sprich der Zug früher am Hauptbahnhof sein. Um das ganze Werk zu beschleunigen, habe man den Halt der vorausfahrenden S-Bahn streichen müssen. „Zu dieser Zeit glühen die Schienen“, sagt Zumtobel. Es sei um ein­e Entscheidung des größeren Nutzens gegangen. „Das heißt nicht, dass Rum weniger wert ist, aber es ging um einen Halt in einem an sich super­dichten S-Bahn-Takt.“ Für den nächsten Fahrplan wollen sich die ÖBB den Reibungspunkt nochmals anschauen. Viel Spielraum sieht Zum­tobel allerdings nicht, weil die Fernverkehrszüge wie bisher bleiben würden.


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