Startklar für Sotschi, nur die Unterkünfte machen Sorgen

Mit Volksmusik und Gastlichkeit will das Zillertal ab 6. Februar in Sotschi werben – sofern die Delegation ihre gebuchten Zimmer erhält.

Von Angela Dähling

Zell a. Z. –Silvia Hotter, Maria Kröll, Odo Gredler und Hans Rainer. Das sind die vier Sänger, die mit Harfenspielerin Lisa Hörzer als „Zillertaler Sänger“ die (volks)musikalische Werbetrommel für das Zillertal in Sotschi rühren werden. Die Zillertal Tourismus GmbH (ZTG) hatte, wie berichtet, ein Casting veranstaltet, um das Sängerensemble zusammenzustellen. Die Genannten waren dort jedoch nicht dabei, sondern sind u. a. Gesangsschüler von Opernsänger Hans Rainer.

„Wir werden auf die Castings, wo es 11 Teilnehmer gab, aber zurückgreifen, weil wir ein zweites Ensemble im Hinblick auf das Stille-Nacht-Jubiläumsjahr 2018 brauchen“, informiert Ernst Erlebach, Obmann des TVB Erste Ferienregion im Zillertal. Auch davon, dass sich die Musikanten drei Wochen für Sotschi freinehmen müssen, ist keine Rede mehr. Sie werden nur in der ersten Woche (6. bis 11. Februar) im Austria Tirol Haus „In Mantua zu Banden“, „Stille Nacht“ etc. singen. Aus Kostengründen und weil die Eröffnungswoche die werbewirksamste sei, heißt es. Nach Wien sei das Zillertal die wichtige Russen-Destination im Land, das gelte es weiter auszubauen, erklärt Mayrhofens TVB-Obmann Andreas Hundsbichler.

Während der gesamten Dauer der olympischen Winterspiele sorgen neun Schüler der Zillertaler Tourismusschulen neben jenen aus Landeck, der Villa Blanka und aus Bad Gleichenberg für das kulinarische Wohl im Austria Tirol Haus. Sie zeichnen sich durch besondere Fremdsprachenkenntnisse, sehr gute Schulnoten und Erfahrungen bei anderen sportlichen Großevents aus. Drei Schüler mussten laut Direktor Alfred Müller nachbesetzt werden, weil deren Eltern sie aus Angst vor Attentaten wieder abmeldeten.

Ebenfalls mit im Sotschi-Gepäck der ZTG sind Bergprofessor Peter Habeler, Olympiasieger Leonhard Stock sowie Haubenkoch Alexander Fankhauser, der honorige Gäste bekochen wird. Speck und Schnaps wurden bereits im Dezember nach Sotschi geliefert. „Frisches Fleisch müssen wir vor Ort kaufen, wobei der nächste Gastro-Großhandel 550 km von Sotschi entfernt ist“, schildert Fankhauser logistische Herausforderungen. Sorgen bereitet ZTG-Geschäftsführer Gernot Paesold, dass diverse Unterkunftsbestätigungen noch ausständig sind. „Und das, obwohl wir bereits Mitte September über die Tirol Werbung Zimmeranzahl und -kategorie gebucht haben“, erklärt er und verhehlt nicht, dass das Sochi Olympic Organizing Committee als Exklusivvermarkter hier preislich offenbar noch pokern wolle.

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