Bayerischer Filmpreis für Tobias Moretti

München – Bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München konnten Freitagabend auch zwei Österreicher jubeln: Andreas Prochaska wu...

München –Bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München konnten Freitagabend auch zwei Österreicher jubeln: Andreas Prochaska wurde für seinen historischen Alpenwestern „Das finstere Tal“, der am 10. Februar bei der Berlinale seine Weltpremiere feiert, ehe er am 14. Februar in den Kinos startet, mit dem Regiepreis ausgezeichnet. Im Film, der zu großen Teilen im Südtiroler Schnalstal entstanden ist, taucht ein Fremder (Sam Riley) in einem einsamen Bergdorf auf. Kurz darauf beginnt eine Todesserie. Prochaska fächere die Verstrickungen in dem Dorf gnadenlos auf und schaffe einen Sog, der den Atem stocke lasse, urteilten die Preisrichter, darunter die Regisseurinnen Sherry Hormann und Maggie Peren.

„Im finsteren Tal“ trifft man auch auf Tobias Moretti, der in München mit dem Schauspielerpreis bedacht wurde. „Er ist ein gefragter Charakterdarsteller, ein eigenwilliger Star, der immer leidenschaftlich auf der Bühne und vor der Kamera sein höchst differenziertes Spiel zum Besten gibt“, urteilte die Jury. Ausgezeichnet wurde Moretti aber nicht nur für sein fesselndes Spiel in Prochaskas Alpenwestern, wo er eine düsteren Dorftyrannen verkörpert, sondern auch für die Darstellung eines Vaters im Familiendrama „Hirngespinster“. Brigitte Hobmeier, die im Sommer in Salzburg ihr Buhlschaft-Debüt feierte, wurde ebenfalls mit dem Schauspielerpreis gewürdigt. Hobmeier wurde für „Ende der Schonzeit“ ausgezeichnet, in dem sie als Bäuerin einen Juden vor den Nazis versteckt. Hobmeier spanne mit perfektem Minimalismus einen großen Gefühlsbogen. „Intensiver, ohne jede Vordergründigkeit, kann man nicht spielen“, erklärte die Jury.

Der Filmemacher Edgar Reitz und sein Sohn Christian sind indes für das Kinoepos „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ mit dem Bayerischen Filmpreis geehrt worden. Sein epochales Werk könne mit seinen beeindruckenden Bildern die größte Kinoleinwand füllen und halte die Zuschauer über vier Stunden lang in Spannung und Atemlosigkeit, begründete die Jury die Vergabe des mit 200.000 Euro dotierten Produzentenpreises. Der 81-jährige Edgar Reitz und sein Co-Autor Gert Heidenreich erhielten zudem den Preis für das beste Drehbuch.

Armin Mueller-Stahl erhielt den Preis für sein Lebenswerk, der Kino-Überraschungserfolg „Fack ju Göhte“ wurde mit dem Publikumspreis bedacht. (dpa, TT)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte