Putin: Homosexuelle sicher, „solange sie Kinder in Ruhe lassen“

Die Diskussion um die verbotene Homosexuellen-Propaganda in Russland kommt nicht zur Ruhe. Kreml-Chef Wladimir Putin hat die homosexuellen-feindlichen Gesetzen verteidigt.

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© REUTERS/Thomas Peter

Sotschi - Kremlchef Wladimir Putin hat drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi Kritik an homosexuellen-feindlichen Gesetzen in Russland zurückgewiesen. Verboten sei nur die Werbung für gleichgeschlechtliche Kontakte unter Minderjährigen und nicht Homosexualität an sich, sagte Putin bei einem Treffen mit freiwilligen Olympia-Helfern am Freitag in Sotschi. „Das sind völlig verschiedene Dinge: das Verbot von bestimmten Beziehungen oder von Propaganda dieser Beziehungen“, sagte Putin. Die Winterspiele am Schwarzen Meer dauern vom 7. bis 23. Februar.

25.000 Freiwillige wurden aus 200.000 Bewerbern ausgewählt. Eine Helferin wollte wissen, wie ausgerechnet die oft von Homosexuellen als Toleranz-Symbol benutzte Regenbogenfahne auf die Uniform der Freiwilligen komme. Putin antwortete, er habe die Anzüge nicht entworfen. Homosexuelle könnten sich unbehelligt fühlen in Russland - solange sie Kinder in Ruhe ließen, sagte der russische Präsident.

Die EU und die USA werfen Russland vor, mit dem Verbot von positiven Äußerungen über Homosexualität in Gegenwart von Kindern ein Klima des Hasses zu schüren. In Moskau kritisierte die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström das „Verbot von Homosexuellen-Propaganda“ als Gefahr für die Menschenrechte.

Der frühere Ski-Star Hermann Maier (41) hat sich am Dienstagabend am Rande des Weltcup-Slaloms der Damen in seinem Heimatort Flachau kritisch zum in Russland geltenden Homosexuellen-Gesetz geäußert. „Ich bin einfach nicht einverstanden, wie das Ganze stattfindet“, erklärte der zweifache Olympiasieger, der nicht zu den Olympischen Spielen nach Sotschi reisen wird, in einem TV-Interview.

Es gebe politisch einiges zu überdenken, meinte Maier und sprach konkret das Homosexuellen-Gesetz an. „Dieses Denken ist einfach nicht mehr angebracht. In Wahrheit leben wir in einer Zeit, in der das als normal angesehen werden sollte.“ (tt.com, dpa)


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