Mazedonien abgehakt, gegen Island sollen wieder Punkte her

Der Ärger über die Mazedonien-Niederlage wich beim ÖHB-Team der Fokussierung auf den nächsten Gegner.

Herning (Dänemark) – Am Tag nach der unnötigen 21:22-Niederlage gegen Mazedonien war der Ärger schon fast wieder verflogen. Österreichs Handball-Männer zeigten sich bereits voll fokussiert auf die Hauptrunde, in der Island (Samstag), Spanien (Montag) und Ungarn (Mittwoch, je 18.15 Uhr/live ORF Sport +) warten. Gerade für Teamchef Patrekur Johannesson ist die Partie gegen seine Heimat Island ein ganz besonderes Spiel.

„Haben erstes Ziel erreicht“

Über das letztlich enttäuschende Ergebnis vom Vortag wollte sich Johannesson, der rund 250 Spiele für Island absolviert hat, gar nicht mehr allzu lange auslassen. Für ihn stand das Erreichen der besten zwölf im Vordergrund. „Sicher ist man sauer, und man soll auch nie zufrieden sein. Aber wir haben unser erstes Ziel erreicht. Das ist ein Traum und super für den Handball in Österreich“, betonte der 41-Jährige. Er verwies nicht zuletzt auf das Ausscheiden von Tschechien und Norwegen, Deutschland oder Slowenien seien überhaupt nicht in Dänemark vertreten.

Der reaktivierte Kreisläufer Patrick Fölser, der gegen Mazedonien eine durchaus gelungene Vorstellung gab, sah es ähnlich. „Vor sieben Jahren haben wir noch über Teams wie Litauen gesprochen, heute sitzen wir hier“, sagte der 37-Jährige. Mit der Hauptrunde sei es freilich noch nicht getan. „Wir wollen hier punkten. Und warum soll uns das nicht auch gelingen? Ungarn und Island sind auf Augenhöhe.“

Johannesson, der in Personalunion in der isländischen Liga Haukar Hafnafjördur trainiert, sieht Österreich gegen Island in der Rolle des leicht unterschätzten Außenseiters - zumindest von außen betrachtet. „Die Spieler haben sicher Respekt vor uns, aber in Island denkt man, das wird ganz locker. Das liest man so“, meinte Johannesson, der ständig in Kontakt mit seiner Heimat steht.

Island kein unbekannter Gegner

Die Isländer um Kiel-Legionär Aron Palmarsson sind Rot-Weiß-Rot jedenfalls bestens bekannt. Alleine seit Jänner 2010 hat man sieben Spiele gegen die „Wikinger“ absolviert, darunter so denkwürdige wie das 37:37 bei der Heim-EM 2010 oder das 28:23 in der EM-Quali im Herbst 2010. Zuletzt testete Österreich im November (zweimal in Traun) bzw. Jänner (beim Vier-Nationen-Turnier in Deutschland) gegen die Sieben von Trainer Aron Kristjansson und feierte dabei einen Sieg bzw. erlitt zwei Niederlagen.

Große Überraschungen sind also ausgeschlossen. „Wir kennen Island und Ungarn, das waren immer enger Partien, warum sollen wir da nicht punkten“, meinte Kreisläufer Fölser. Für Johannesson wird es nicht zuletzt darauf ankommen, eine Antwort auf das schnelle Umschalten der Isländer zu finden. „Da müssen wir eine Lösung finden, wie viele Spieler wir wechseln“, meinte er im Hinblick auf die Probleme der Österreicher, die in der Mitte eigentlich gezwungen sind, in Angriff und Verteidigung das Personal auszutauschen.

Eines ist klar: Die Leistung muss gegenüber dem Spiel gegen Mazedonien deutlich gesteigert werden. „Klar war ich verärgert, wir hätten einen Top-Ten-Platz fast in der Tasche gehabt“, meinte Goalie Nikola Marinovic, der mit 51 Prozent abgewehrten Bällen einen bombensicheren Rückhalt bot. Der wurde in der Offensive freilich nicht genutzt - nicht nur, weil Mazedonien-Goalie Ristovski eine starke Vorstellung gab.

Alleine Regisseur Viktor Szilagyi scheiterte bei allen seiner fünf Wurfversuche und blieb damit ebenso erfolglos wie Vitas Ziura (0 von 2) und Janko Bozovic (0 von 3). Johannesson nahm Szilagyi in Schutz: „Er ist immer noch ein genialer Spieler. Wie oft hat er in den hundert Jahren, die er dabei ist, unglaubliche Würfe gemacht?“ (APA)

Handball-EM (Spiele Freitag)

Gruppe C (Aarhus):

Polen - Russland 24:22

Serbien - Frankreich 28:31

Gruppe D (Kopenhagen):

Kroatien - Schweden 25:24

Weißrussland - Montenegro 29:23


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