Kürzlich „entdeckte“ Schiele-Mappe enthält Fälschungen

Die bekannte Schiele-Expertin Jane Kallir erklärte, dass sie das Portfolio bereits seit 1986 kenne.

Wien – Eine im Herbst vergangenen Jahres „entdeckte“ Mappe mit Bildern von Egon Schiele erweist sich als bereits seit längerem bekannt und enthält zudem Fälschungen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ unter Berufung auf Jane Kallir, eine der weltweit wichtigsten Schiele-Expertinnen.

Im Herbst 2013 will ein Mann beim Durchwühlen der Verlassenschaft seines Vaters auf einem Dachboden im Weinviertler Bezirk Mistelbach eine Egon Schiele-Mappe gefunden haben. Kallir erklärte nun, dass sie das Portfolio bereits seit 1986 kenne. „Die Mappe als Ganzes ist eine Fälschung. Allerdings hat jemand drei echte Schiele-Aquarelle hineinmontiert, wer auch immer das war“, wird die Expertin in „profil“ zitiert.

Auf drei bestätigte Schiele-Aquarelle, die aus dem Jahr 1907 datieren, würden in der Mappe drei Fälschungen folgen. Die drei authentischen Frühwerke würden sich im bereits 1990 publizierten Schiele-Oeuvrekatalog von Kallir befinden. Die Expertin hält die Aquarelle für „nicht sonderlich interessant. Aber irgendjemand hat sie benutzt, um dieses Konvolut daraus zu machen.“

Wie die Gratiszeitung „Heute“ kürzlich berichtet hat, kommen zwei Aquarelle aus der Mappe am 4. Februar im Londoner Auktionshaus „Bonhams“ zur Versteigerung. Der Rufpreis von „Garten mit Baum“ und „Segelschiff mit Spiegelungen“ liegt dem Bericht zufolge bei je 36.000 Euro. (APA)


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