Mindestens 21 Tote bei Anschlagsserie in Bagdad

Die Anschläge richteten sich unter anderem gegen ein Einkaufszentrum, eine Busstation und ein Jugendgefängnis.

Bagdad - Die irakische Hauptstadt Bagdad ist am Samstag erneut von einer Welle der Gewalt erschüttert worden: Bei insgesamt sieben Bombenanschlägen seien mindestens 21 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden, teilten die Sicherheits- und Rettungskräfte mit. Die Anschläge richteten sich unter anderem gegen ein Einkaufszentrum, eine Busstation und ein Jugendgefängnis.

Einer der Anschläge richtete sich am Samstagabend gegen ein schickes Einkaufszentrum im Westen von Bagdad, das mit einem Kino und Cafes ein beliebter Treffpunkt ist für Jugendliche und Familien aus der modernen Mittelschicht. Ein weiterer Angriff ereignete sich nahe einem Jugendgefängnis im Viertel Taubchi. Laut einem Vertreter des Innenministeriums gelang dabei 23 Häftlingen die Flucht, doch das Fernsehen berichtete, die Sicherheitskräfte hätten dies verhindern können.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Anschlagsserie in der Hauptstadt 37 Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen von Samstag bekannte sich zunächst niemand, doch sind es vor allem radikale sunnitische Gruppen wie Al-Kaida, die derartige Anschläge verüben. Im Irak, wo eine Reihe von Aufständischengruppen gegen die Regierung kämpft, hat die Gewalt im vergangenen Jahr wieder deutlich zugenommen und ein Niveau wie zuletzt vor fünf Jahren erreicht.

Genährt wird die Gewalt von der Wut der sunnitischen Minderheit auf die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Viele Sunniten werfen der Regierung vor, sie in Politik und Wirtschaft zu benachteiligen. Zudem sehen sie sich unberechtigten Angriffen durch die Sicherheitskräfte ausgesetzt. Nach der gewaltsamen Räumung eines sunnitischen Protestlagers in der Provinz Anbar im Dezember eskalierte dort die Gewalt. Rebellen kontrollieren seitdem die Stadt Falluja und Teile von Ramadi. (APA/AFP)

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