Tausende Abtreibungsgegner demonstrieren in Paris

Tausende haben in der französischen Hauptstadt Paris gegen eine Vereinfachung des Abtreibungsrechts protestiert. Laut Polizei nahmen am Sonntag rund 16.000 Menschen an der Demonstration unter dem Motto „Marsch für das Leben“ teil.

Paris - Mehrere tausend Abtreibungsgegner sind am Sonntag in Paris wieder auf die Straße gegangen. Sie protestierten neuerlich gegen einen Gesetzentwurf, der unter anderem bessere Information für Schwangere über die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs vorsieht, und über den das Parlament ab Montag debattiert. Die Veranstalter sprachen von 40.000 Demonstranten, die Polizei von 16.000.

Viele Demonstranten riefen „Ja zum Leben!“ oder „Viva Espana!“. Damit spielten sie auf den Beschluss der rechtskonservativen spanischen Regierung an, das erst 2010 eingeführte Recht auf Abtreibung erheblich einzuschränken. Demnach soll ein Schwangerschaftsabbruch nur noch im Falle einer Vergewaltigung oder bei einer Gesundheitsgefährdung der werdenden Mutter erlaubt sein. Papst Franziskus hatte die französischen Abtreibungsgegner am Samstag dazu ermutigt, in ihrem Engagement nicht nachzulassen.

An einer Gegendemonstration beteiligten sich am Samstag in Paris rund 300 Demonstranten. Sie warnten vor einer Entwicklung wie in Spanien und sprachen sich für das Recht auf Schwangerschaftsunterbrechung aus. Abtreibung ist in Frankreich seit 1975 legal.

Das französische Parlament berät am Montag über ein Gesetz, das es Frauen erleichtert, eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen. (dpa/APA/AFP)


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