Der Beginn einer Freundschaft

Neu im TT-Dauertest ist der Seat Leon ST. Der spanische Kompaktkombi beeindruckt anfangs mit 150 PS starkem Spar-Diesel und überdurchschnittlicher Ausstattung.

Mit der FR-Ausstattungslinie ist der Seat Leon ST bereits gut bestückt; das entsprechende Kürzel findet sich unter anderem auf dem Kühlergrill.Foto: Höscheler

Von Markus Höscheler

Gnadenwald –Vor wenigen Tagen fuhr er in die TT-Garage, der Seat Leon ST. Unvermeidlich ist gleich zu Beginn der optische Vergleich mit seinen Brüdern – dem VW Golf Variant und dem Skoda Octavia Combi. Alle drei nutzen die immer noch recht frische Fertigungstechnik MQB (Modularer Querbaukasten), die der VW-Konzern markenübergreifend für eine Vielzahl von Baureihen verwendet. Rein optisch betrachtet gewinnt und verliert der Leon ST zugleich: Er sieht unseres Erachtens besser aus als die Geschwister, aber das gewählte Erscheinungsbild reduziert den Laderaum etwas. Vor allem das schräg stehende Heckfenster kostet einige Liter. Damit hat das Klagen ein Ende, denn minimal sind es immer noch erstaunliche 587 Liter, die der Leon ST anbietet, maximal 1470 Liter. Diesbezüglich konnte der eingestellte Exeo ST, immerhin ein umetikettierter Audi A4 Avant, nicht mithalten. Insofern ist der Leon ST einer der schönsten Lastesel, die derzeit am Markt Privat- und Firmenkunden zu überzeugen versuchen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1968 ccm

Drehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 110 kW/150 PS

L/B/H: 4543/1816/1451 mm

Gewicht: 1380/1900 kg

Kofferraumvolumen: 587–1470 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 211 km/h

0–100 km/h: 8,6 Sekunden

Verbrauch: 6,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: ab 29.690 Euro

CO2-Emission: 119 g/km

Unser Herz hat der Leon ST auf Anhieb gewonnen, unseren Geist kurze Zeit später: Der Importeur hat den katalanischen Beau mit nützlichen und lustvollen Details bestückt – etwa einem Panoramaglasdach, einem funktionstüchtigen Multimediasystem inklusive Navigationsfunktion, einem Abstandsregeltempomaten, einer individuell einstellbaren Fahrzeugkonfiguration und passgenauen Sitzen. Die Verarbeitungsgüte ist hoch ausgefallen, die verwendeten Materialien wirken wertig, das FR-Fahrwerk ist auf der straffen, aber immer noch ausreichend komfortablen Seite.

Besonders zufrieden müssen wir von Anfang an mit dem 150 PS starken Zweiliter-Turbodiesel sein. Der harmoniert nicht nur mit der Sechsgang-Doppelkupplung (DSG), sondern kann auch mit ansprechender Laufkultur, prompter Leistungsentfaltung und zurückhaltendem Konsum punkten. Wenngleich die 4,5 Liter Normverbrauch noch nicht in Reichweite sind, stimmen uns die 6,2 Liter Durchschnittsverbrauch je 100 Kilometer, erzielt nach 500 Kilometern Testfahrt, zuversichtlich. Wir dürfen nicht vergessen: Der Leon ST ist praktisch frisch ausgeliefert, sein Triebwerk bedarf noch des Einfahrens. Außerdem muss er derzeit mit dem Winterdiesel auskommen.

Wir müssen in den nächsten sechs Monaten mit dem ganzen Produkt auskommen – eine angenehme Aufgabe, wie wir in Anbetracht der ersten Anprobe vermuten. Dass der Kombi in der FR-Ausführung und mit einigen Optionen mehr als 30.000 Euro kostet, ist allerdings eine Erwähnung wert. Zugleich verdient das Fabrikat die Ergänzung, dass die Händler den Leon ST ab 16.990 Euro anbieten – dann in der Basisausstattung und in Verbindung mit einem 86 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner. Selbst in dieser reduzierten Form dürfte einer intensiven Freundschaft nichts im Wege stehen.

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