Bürgerprotest trägt Früchte: Lärmschutz wird erweitert

Das Baubezirksamt will heuer drei größere Bauvorhaben umsetzen. Die Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer fallen gering aus.

Von Simone Tschol

Außerfern –Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm auch der Beginn einer neuen Straßenbauoffensive im Außerfern. Während viele Verkehrsteilnehmer allein beim Gedanken an Ampelregelungen und dadurch verursachte Staus einen tiefen Seufzer ausstoßen, können es die verkehrsgeplagten Bewohner der beiden Bichlbacher Ortsteile Wengle und Lähn heuer wohl kaum mehr erwarten. Ihr Protest und die lautstarke Forderung nach einem besseren Lärmschutz führte zum Erfolg. „Wir werden heuer im Herbst die Lärmschutzwand an der Fernpassstrecke im Bereich Wengle/Lähn von derzeit knapp zwei Metern auf vier Meter erhöhen und im Bereich Wengle auch noch ein wenig verlängern“, lässt der Leiter des Baubezirksamtes Reutte, Wolfgang Haas, wissen.

Von den 100 Millionen Euro, die das Land für den Straßenbau lockermacht, stehen knapp zehn Millionen Euro dem Straßenbauamt im Außerfern heuer zur Verfügung. Ein Großteil des Geldes ist bereits fix gebunden. Die betriebliche Erhaltung und die Deckung des Sachaufwandes beispielsweise verschlingen 2,5 Millionen Euro, die Löhne für die knapp 90 Mitarbeiter werden ebenfalls mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. 250.000 Euro werden allein für die Bodenmarkierungen ausgegeben. „Wir hängen vom Winter ab“, meint Haas und spricht damit die Tatsache an, dass Gelder, die im Winter nicht gebraucht werden, in die „Sommerprojekte“ fließen. Letztes Jahr machte der Winterdienst (Streumittel, Frächter, Fahrzeuge) rund 1,38 Millionen Euro aus. Und obwohl der heurige Winter dem Bezirk eigentlich keine großen Schneemengen bescherte, sind die Ausgaben gerade bei den Streumitteln nicht so deutlich gesunken, wie man meinen könnte. „Wir haben von Oktober bis Ende Dezember 2013 1350 Tonnen Salz gebraucht. Im Vergleich dazu: Von Oktober bis Ende Dezember 2012 waren es 1700 Tonnen. Der heurige Winter war zwar vom Niederschlag wesentlich geringer. Die Straßen sind aber nie wirklich aufgetrocknet. Es war immer eine Streuung notwendig“, macht Haas deutlich.

Drei größere Bauvorhaben stehen dennoch an. Zum Ersten wird die 1930 errichtete Brücke vor dem Gewerbegebiet Ehrwald/Schanz komplett abgerissen und neu errichtet. Eine zweispurige Behelfsbrücke wird als Ersatz dienen. Im Herbst soll die neue Brücke dann fertig sein.

Ein weiteres großes Projekt steht im Bereich Gehren-Lechleiten an. Dort wird eine neue Trasse aufgeschüttet, um die Engstelle im Bereich des Gasthofs Waldheimat zu umfahren. Ende Mai bzw. Juni soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Bauzeit für das auf 1,8 Millionen Euro geschätzte Projekt wird mit zwei Jahren angegeben.

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„Wenn noch Geld übrig ist, dann werden wir heuer auch noch mit dem Bau der Umfahrung Schönau beginnen“, sagt Haas. Er kann sich vorstellen, heuer noch die Trasse zu schütten und die Umfahrung im nächsten Jahr zu asphaltieren. Die Vergabe für die Projektierung der Umfahrung Haller/Haldensee ist ebenfalls bereits erfolgt. Haas: „Aber hier gilt es noch viele Hausaufgaben zu machen.“

Zahlreiche Belagsarbeiten werden wieder für kleinere Verkehrsbehinderungen sorgen. Die kniffligste Aufgabe wird sicher jene zwischen Isserplatz und Südtiroler Straße im Reuttener Obermarkt. „Da werden wir – wie beim Hauptkreisverkehr – drei Tage komplett dichtmachen. Der Termin steht noch nicht fest. Das ist komplett wetterabhängig“, meint Haas.


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