Städtetourismus kurbelt den Fremdenverkehr an

Unter den ausländischen Städtereisenden führten Deutsche, US-Amerikaner, Italiener und Russen. Gerade für Touristen von außerhalb Europas sind die Städte der Türöffner für Österreich-Reisen: 60 Prozent der außereuropäischen Urlauber (bzw. 4 von 6,6 Mio. Nächtigungen) wurden von Städten angelockt. Russische Besucher überzeugte das Wintersport-Angebot in Tirol an.

Auch am Wochenende herrscht in Tirol bestes Gastgarten-Wetter.
© Thomas Böhm / TT

Wien – Städte entwickeln sich zu Urlaubermagneten und treiben die Reisedynamik im internationalen wie im österreichischen Tourismus an. 132,6 Mio. Übernachtungen gab es 2013 in Österreich, auf die Landeshauptstädte inklusive Wien entfielen davon 19,4 Mio. Der Anstieg in den Städten war mit 2,9 Prozent mehr als doppelt so stark wie bei den Nächtigungen in Österreich insgesamt (plus 1,2 Prozent).

Getragen wird der Zuwachs von ausländischen Gästen, auf die 2013 österreichweit 73 Prozent und in den Städten sogar 76 Prozent aller Nächtigungen entfielen. Unter den ausländischen Städtereisenden führten Deutsche, US-Amerikaner, Italiener und Russen. Gerade für Touristen von außerhalb Europas sind die Städte der Türöffner für Österreich-Reisen: 60 Prozent der außereuropäischen Urlauber (bzw. 4 von 6,6 Mio. Nächtigungen) wurden von Städten angelockt. Während in ganz Österreich nur fünf Prozent der Übernachtung von Gästen außerhalb Europas kamen, waren es in den Städten 20 Prozent, schilderte Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner bei einer Pressekonferenz am Montag.

Der langfristige Trend hält an

Der Städtetourismus legt schon seit langem überdurchschnittlich stark zu - und wird dies auch bis 2025 weiter tun, zeigt eine zugleich präsentierte Studie des Wifo-Experten Egon Smeral (Österreich Tourismus 2025: Wachstumsmotor Städtetourismus). Der Anteil der Städte an den Übernachtungen hat sich zwischen 1975 und 2012 auf 14,4 Prozent fast verdoppelt, im Jahr 2000 lag er noch bei 11 Prozent. Wirtschaftlich umso bedeutender ist das, weil Gäste in den Städten pro Tag mindestens um die Hälfte mehr ausgeben als im Gesamttourismus.

Gäste aus Übersee besuchten 2000 bis 2012 vorwiegend Städte. Die Ausnahmen zu dieser Regel sind Gäste aus dem arabischen Raum, bei denen auch die Region Pinzgau-Pongau besonders beliebt war, sowie russische Besucher, die auch stark Wintersport in Tirol nachfragten.

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Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten und haben Geld für Reisen - das sie zunehmend für Sightseeing in anderen Städten ausgeben. Daher könnte bis 2025 das Wachstum bei den Städtereisen mit jährlich vier Prozent weiter deutlich über dem Durchschnitt liegen - wenn die Städte ihre Infrastruktur entsprechend ausbauen, vor allem mit Flughäfen und guten Hotels, meint Smeral.

Übernachtungen in Städten auf Rekordwert

Österreich ist mit diesem Trend nicht alleine: Europaweit (64 Städte) stiegen im Vorjahr die Übernachtungen in Städten um 3,6 Prozent auf den Rekordwert von 346,8 Millionen, erläuterte Dieter Hardt-Stremayr, Geschäftsführer des Graz Tourismus und Vizepräsident von European Cities Marketing (ECM). Ausländer-Nächtigungen legten mit 4,7 Prozent rascher zu als Inländer-Nächtigungen, die nur um 1,7 Prozent zunahmen. Am dynamischsten wuchsen dabei Übernachtungen von Gästen aus China (plus 12 Prozent) und Russland (plus 11 Prozent). Wien (und Umgebung) konnte sich in diesem Umfeld gut halten und war 2013 mit 13,6 Mio. ausländischen Übernachtungen die siebentbeliebteste Stadt in Europa. (APA)


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