LH Pühringer bleibt: „Schwierige Situation der ÖVP verpflichtend“

„Ich habe mich entschieden, ich mache weiter“, sagte der 64-jährige ÖVP-Politiker in einer Youtube-Botschaft, die auf der Webseite der Landespartei zu sehen ist. Als Grund nannte er, dass er fit sei und „genügend Kraft und Energie“ verspüre.

Linz – Die Zeit des Spekulierens ist vorbei: Josef Pühringer (ÖVP) hat Montagvormittag bekannt gegeben, weiter oberösterreichischer Landeshauptmann zu bleiben und bei der Landtagswahl 2015 noch einmal zu kandidieren. „Die schwierige Situation der Bundespartei hat ein wenig verpflichtend auf mich eingewirkt“, sagte er in einer Pressekonferenz. Nach seinem potenziellen Nachfolger Thomas Stelzer gefragt, gab sich Pühringer bedeckt.

„Ich tue es gerne“, so der LH zu seiner Entscheidung, die er sich nicht leicht gemacht habe. Die „umfassende Unterstützung“ aus der Partei sei letztlich ausschlaggebend dafür gewesen. Zu leugnen, dass die Lage der ÖVP mitgespielt habe, „wäre dumm“, sagte Pühringer. Es sei aber üblich, dass derartige Schritte autonom gesetzt werden. Mit Bundesparteichef Vizekanzler Michael Spindelegger habe es in den vergangenen Tagen jedenfalls kein Gespräch gegeben. Die Alternative wäre sicher auch nicht schlecht gewesen, erklärte der 64-Jährige augenzwinkernd, aber: „Ich glaub‘, ich kann noch Einiges einbringen.“ Die Ideen würden ihm jedenfalls nicht ausgehen.

ÖVP-Landtagsklubobmann Stelzer (47), der seit schon seit längerer Zeit als kommender LH gehandelt wird, werde als Nächster in die Landesregierung aufrücken und laut Pühringer „rechtzeitig in wichtige Funktionen eingeführt“. Auf Nachfrage erklärte er, dass er zum Zeitplan nach der Wahl „beim besten Willen nichts sagen“ könne. Die ÖVP verfüge in Oberösterreich jedenfalls über einen „ordentlichen Mix aus Erfahrung und Erneuerung“, so der LH zum aktuellen Regierungsteam.

Mitbewerb wenig überrascht

„Die Zeiten werden nicht einfacher, die Politik wird schwieriger“, räumte er ein. „Die Großwetterlage auf Bundesebene war für uns schon einmal besser.“ Davon könne sich keine Wahlbewegung abkoppeln. Pühringer warnte davor, bereits jetzt den Wahlkampf im Land zu eröffnen, und schwor die anderen Parteien auf Geschlossenheit und eine konstruktive Zusammenarbeit ein. Es gehe darum, diszipliniert Dialoge und Diskussionen zu führen. An großen Herausforderungen nannte der LH u.a. die Arbeitslosigkeit, die öffentlichen Haushalte, die Bildung und die Pflege.

Der politische Mitbewerb reagierte durchwegs wenig überrascht. „Erneuerung schaut für mich ganz anders aus“, kommentierte SPÖ-Chef LH-Stv. Reinhold Entholzer die Entscheidung. Maria Buchmayr, Landessprecherin von Pühringers Koalitionspartner, den Grünen, betonte die gute Zusammenarbeit mit der Volkspartei. „Für mich ändert sich nichts“, so FPÖ-Landesparteiobmann Landesrat Manfred Haimbuchner. Er sehe „eine solide Basis für die Zusammenarbeit für die gesamte kommende Legislaturperiode“. (APA)


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