„Kultur der Vertuschung“ bei Banknotendruckerei

Eine ehemalige Mitarbeiterin der Banknotendruckerei wurde am Montag zu Reiseabrechnungen und Geschenken befragt. Laut ihren Angaben gab es eine „Kultur der Vertuschung“.

Wien - Am heutigen vierten Tag im Strafprozess wegen Schmiergeldzahlungen der Nationalbank-Tochter Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) ist die detaillierte Befragung einer Angeklagten durch die Anwälte der übrigen Beschuldigten fortgesetzt worden. Die Beschuldigte, früher leitende OebS-Mitarbeiterin, ist geständig und hat laut Anklage alle Mitangeklagten „glaubwürdig“ belastet.

Insgesamt sitzen neun Personen auf der Anklagebank, darunter die ehemalige Führungsspitze der OeBS. Bei Aufträgen der Notenbanken von Aserbaidschan und Syrien an die OeBS soll Schmiergeld zurückgeflossen sein, das letztlich von den ausländischen Notenbanken selber gezahlt wurde. Die Vorwürfe lauten auf Beihilfe zur Untreue, Bestechung und Geldwäsche.

Über eine Stunde lang wurde die Angeklagte am Montag von der Anwältin des mitangeklagten Ex-OeBS-Geschäftsführers Johannes Miller mit Fragen konfrontiert. So wollte die Anwältin Details zu Reiseabrechnungen wissen, die teilweise fehlerhaft gewesen sein sollen. Diese Abrechnungen würden jahrelang zurückliegen, sie könne sich nicht so genau erinnern, so die Angeklagte. Auch zu Eigenbelegen für Geschenke und für Bewirtungen wurde sie befragt. „Es gab eine Kultur der Vertuschung“, auch gegenüber dem Sonderprüfer der OeBS, rechtfertigte sich die Angeklagte.

Ein Antrag eines Anwalts auf Ausschließung der Öffentlichkeit bei der Hauptverhandlung im Großen Schwurgerichtssaal im Wiener Straflandesgericht wurde vom Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Georg Olschak abgewiesen. (APA)


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