Tiroler VP unterstützt erstmals „Euregio-Kandidat“ bei EU-Wahl

Der Südtiroler EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann (SVP) wurde am Montag als Kandidat der „Europaunion Tirol“ vorgestellt. Dieser werde in Zukunft die Interessen von Nord-, Ost-, und Südtirol im EU-Parlament vertreten, so Tirols VP-Chef Platter.

Innsbruck - Die Tiroler Volkspartei wird bei der bevorstehenden EU-Wahl am 25. Mai den Südtiroler EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann unterstützen. „Das ist das gelebte Bekenntnis einer gemeinsamen Europaregion“, erklärte sich VP-Chef Günther Platter. Dieser werde in Zukunft die Interessen von Nord-, Ost-, und Südtirol im EU-Parlament vertreten. „Wir dürfen die Europaregion nicht nur in Sonntagsreden bemühen, wir müssen auch konkrete Schritte setzen. Vor 20 Jahren sind die Grenzbalken am Brenner gefallen und heute präsentieren wir einen Gesamttiroler Kandidaten“, sagte Platter am Montag. Dorfmann sei ab dem heutigen Tag Mitglied im Landesparteivorstand der Tiroler VP.

Schmidt als Kandidatin der „Westachse“

Die Salzburgerin Claudia Schmidt ist die gemeinsame Kandidatin der „Westachse“ Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Schmidt ist aktuell Stadträtin in Salzburg. Sie soll auf der ÖVP-Liste auf dem vierten Listenplatz kandidieren, wünscht sich Platter. Auf ein ÖVP-Wahlziel wollte sich der Landeshauptmann unterdessen nicht festlegen. Er überlasse es Vizekanzler und Bundesparteiobmann Michael Spindelegger, ein solches zu formulieren, meinte Platter. Umfragen, die einen Dreikampf um Platz eins zwischen ÖVP, SPÖ und FPÖ vorhersagen, wollte Platter offenbar eher wenig Glauben schenken. Schließlich seien etwa auch jene Umfrageinstitute, die ihm bei der Tiroler Landtagswahl im vergangenen Jahr das politische Aus prophezeit hätten, nach dem Urnengang die „größten Verlierer“ gewesen.

Auf die Frage, ob die EU-Wahl auch entscheidend für die politische Zukunft Spindeleggers als Bundesparteiobmann sein könnte, meinte Platter: „Sie ist entscheidend für Europa.“ Darum gehe es in erster Linie, das Parteipolitische sei dabei beiseitezulassen. In Tirol gebe es jedenfalls eine gute Stimmungslage und eine gute Ausgangsposition für die ÖVP.

Schennach als Tiroler Spitzenkandidatin

Als Spitzenkandidatin der Tiroler ÖVP wurde am Montag vom Parteivorstand die 41-jährige Außerfernerin Barbara Schennach nominiert. Sie arbeitet derzeit als Sonderbeauftragte für Europakommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich und war zudem sieben Jahre lang Leiterin des EU-Büros der Wirtschaftskammer in Brüssel. Er gehe davon aus, dass Schennach auf den ersten zehn Plätzen der ÖVP-Liste zu finden sein werde, meinte Platter.

Man dürfe Europa nicht den „Populisten überlassen“, sondern es gehe darum, die „konstruktiven Kräfte“ zu stärken, erklärte der Landeschef. Es gebe so viele Populisten, die nur auf die EU schimpfen würden, demgegenüber stehe die ÖVP als „Pro Europa-Bewegung“.

Gerangel um Listenplätze

Fix ist bei der ÖVP-EU-Liste bisher nur Spitzenkandidat Othmar Karas, dahinter will der Bauernbund Elisabeth Köstinger sehen. Auf Platz drei dürfte Paul Rübig, der als Oberösterreicher auch vom Wirtschaftsbund unterstützt wird, antreten. Wenn die Kandidatin der „Westachse“ tatsächlich an vierter Stelle kandidiert, wird es für Ex-Justizministerin Beatrix Karl eng. Für sie bliebe dann, sollte der Seniorenbund-Vertreter Heinz Becker auf Platz fünf gereiht werden, nur noch das laut Umfragen unwahrscheinliche sechste Mandat.

Dass Karl Köstinger vom zweiten Listenplatz verdrängt, scheint unrealistisch, würde die ÖVP doch dann drei ÖAAB-ler - Karas, Schmidt und Karl - nach Brüssel schicken. Die Bundespartei bestätigte noch keine Kandidatenreihung und verwies zuletzt auf die Möglichkeit des Vorzugsstimmenwahlkampfs. Der Nominierungs-Parteivorstand findet am 14. März statt. (TT.com, APA)


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