Hadschieff will neuer Präsident des ÖESV werden

Der Tiroler strebt noch im Frühjahr die Ablöse von Langzeitverbandsboss Zojer an.

Wien – Die Steirerin Veronika Windisch mit den Rängen 11 und 15 im Short Track sowie die erst 18-jährige Tirolerin Vanessa Bittner als 24. über 1.000 m haben dem österreichischen Eisschnelllaufverband (ÖESV) bei den Olympischen Spielen in Sotschi recht gute Ergebnisse gebracht. Doch ist dies wohl eher auf Eigeninitiative der Aktiven zurückzuführen. Michael Hadschieff will nun mehr Struktur hineinbringen.

Der 50-Jährige möchte noch heuer das ÖESV-Präsidentenamt übernehmen und u.a. zusammen mit anderen ehemaligen Aktiven für Schwung sorgen. Hadschieff selbst ist zweifacher Gewinner von Olympia-Medaillen. Der Tiroler holte 1988 in Calgary Silber über 10.000 m sowie Bronze über 1.500 m. Ein Jahr davor war er Vize-Europameister und WM-Dritter geworden. Nun strebt er an, noch im Frühjahr an die Spitze des heimischen Verbandes zu rücken.

Kommt es zur Kampfabstimmung?

Dabei könnte es zur Kampfabstimmung mit Langzeitpräsident Manfred Zojer kommen. Der 75-Jährige war ab 1984 gut 20 Jahre lang in dieser Funktion gewesen und ist es seit 2006 wieder. Heuer geht damit schon seine siebente Vierjahresperiode zu Ende. „Ob ich wieder antrete, weiß ich noch nicht“, sagte Zojer der APA - Austria Presse Agentur. „Dazu muss es klare Linien geben. Wahrscheinlich wird es eine außerordentliche Generalversammlung im Mai geben.“

Die Abhaltung dieser Sitzung hat Hadschieff nach eigenen Angaben gerichtlich durchgesetzt, Vorstandswahlen würden sonst erst im November stattfinden. Zojer wollte zu möglichen Anwärtern bei der Wahl nicht Stellung nehmen. „Es wird heuer hoffentlich soweit sein, dass der Präsident abgewählt wird“, sagte Hadschieff zur APA. „Ich würde mich gerne aufstellen zum Präsidenten, damit man dort wieder einmal Struktur und Erneuerung hineinbringt.“

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Huyady wäre mit von der Partie

Olympiasiegerin Emese Hunyady wäre jedenfalls dabei, die 47-Jährige könnte sich für sich den Posten einer Sportdirektorin vorstellen. Hadschieff: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Ich würde wahrscheinlich viele Funktionen einmal selber bekleiden, damit ich sehe, wo sind wir. Ich glaube, da ist vieles im Argen und das muss man komplett neu auf ganz klare, offene, transparente Füße stellen. Das wäre viel Arbeit, aber das würde ich akzeptieren.“

Nach Herstellung eines geregelten Zustands würde Hadschieff seine Funktionen in gute Hände geben oder sich nur noch auf die Präsidentenaufgaben konzentrieren wollen. „Dann würde ich schauen, dass man Sponsoren und Gelder lukriert, damit die Jungen in einem optimalen Umfeld trainieren können.“ Schon vor mehr als zehn Jahren habe er sich um das Präsidentenamt bemüht, der Wahl-Antrag sei aber von Zojer nicht anerkannt worden.

Leistungsgedanke zählt

Daher sei Hadschieff nun den Rechtsweg gegangen, er glaubt genügend Vereinsvertreter für die nötigen 51 Prozent hinter sich zu haben. „Ich sehe, dass viele Vereine gespürt haben, dass nicht wirklich etwas weitergeht. Ich würde ganz transparent sagen, ‚Leistung kriegt Geld‘. Die anderen bekommen so viel, damit sie ihren Betrieb aufrecht halten können. Der gute Konzepte hat und eine gute Nachwuchsarbeit, erhält mehr Geld. Der, der Erfolg hat, bekommt auch Geld.“ (APA)


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