Bericht: Virenschutz-Apps schicken unverschlüsselte Daten ins Netz

Datenschutz-Lücke bei Virenschutz-Apps: Einige Anwendungen für Android-Geräte nehmen es mit dem Datenschutz offenbar nicht so genau. Die Computerzeitschrift „c‘t“ hat sechs häufig heruntergeladene Apps gestestet. Vier Apps wurden als schlecht oder sehr schlecht beurteilt.

(Symbolfoto)
© PantherStock

Hannover – Einige beliebte Virenschutz-Apps für mobile Geräte mit dem Betriebssystem Android nehmen es einem Bericht zufolge mit dem Datenschutz nicht so genau. Werde die sogenannte Safe-Browsing-Funktion der Programme genutzt, die angesteuerte Webseiten auf Schadenspotenzial testet, würden in einigen Fällen Daten unverschlüsselt an die App-Hersteller gesendet. Dies berichtet die Computerzeitschrift „c‘t“ in ihrer am Montag erschienenen Ausgabe.

Auch der Umfang der Datenströme sei teilweise bedenklich. Die Zeitschrift testete sechs häufig heruntergeladene Android-Apps, die neben klassischem Virenschutz auch die Safe-Browsing-Funktion anbieten. Um festzustellen, ob eine vom Nutzer angesteuerte Webseite gefährlich sein könnte, schicken die Programme eine Abfrage an ihre Hersteller. Manchmal werde die Funktion auch für den Jugendschutz verwendet, schrieb „c‘t“. Bis auf eine Ausnahme übertrügen die Apps die Daten unverschlüsselt. Die Firmen wüssten somit über die angesteuerten Seiten Bescheid - zusätzlich könne der Datenverkehr relativ leicht von außen mitgelesen und ausgewertet werden.

Problematische Daten zwischen Handy und App

Besonders problematisch wird dies, wenn sensible Angaben zwischen Handy oder Tablet und dem App-Hersteller übertragen werden. Während einige der Programme nur die unbedingt notwendigen Informationen sendeten, gäben andere auch sogenannte URL-Parameter weiter, in denen unter Umständen vertrauliche Daten wie Passwörter enthalten sein können, berichtete die Zeitschrift.

Insgesamt beurteilten die Tester vier der Apps als schlecht oder sehr schlecht, eine als zufriedenstellend und nur eine als gut. Die Hersteller der beiden als sehr schlecht eingestuften Programme sagten der Zeitschrift dem Bericht zufolge zu, den Datenschutz zu verbessern.

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Nutzer sollten möglichst Virenschutz-Apps benutzen, die nur wenige Daten an die Herstellerfirmen sendeten, riet die „c‘t“. Zudem könne es sinnvoll sein, die Safe-Browsing-Funktion der Programme abzuschalten. (APA/AFP)


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