Frei wie ein Vogel

Das Freeriden ist weiter im Kommen. Im Rahmen der Austrian Freeride Series gastierten die Meister des freien Geländes in der Axamer Lizum. Die TT war dabei.

Von Tobias Waidhofer

Axams –Dominik Olavide wirkt mit sich selbst und der Welt im Einklang. Gerade hat sich der Snowboarder eine Wild-Card für den Freeride-Contest Open Faces Axamer Lizum gesichert. Die Freude ist ihm anzumerken. Vielleicht auch ein bisschen der Übermut. „Jetzt steck’ ich auch noch den Orley Flo in die Tasche“, lacht Olavide mit Blick auf den Hauptcontest einen Tag später. Und Orley ist ja nicht irgendwer. Der 38-Jährige, der seit 2008 auf der Freeride-World-Tour unterwegs ist, gilt immer noch als Aushängeschild des Tiroler Freeride-Sports.

Am Contest-Tag empfängt die Sonne die Rider. Die Aussicht könnte gut und gerne als Postkartenmotiv herhalten. Schon beim Ausstieg aus der Gondel vernimmt man die pumpenden Bässe. Ein bisschen ist so ein Freeride-Contest ja auch immer eine große Party – ein Zusammentreffen von Gleichgesinnten. Die Liegestühle, die überall mit Blick auf den Wettkampf-Hang aufgestellt wurden, sind gut besetzt.

Applaus bekommt jeder Fahrer. Großes Konkurrenzdenken gibt’s nicht. Ganz im Gegenteil: Es wird gefachsimpelt und vor allem viel gelacht. Der Spirit ist ein besonderer. „Nicht umsonst steckt im Ausdruck Freeriden das Wörtchen frei“, hatte der Schweizer Samuel Anthamatten im Rahmen der World-Tour in Fieberbrunn treffend gesagt. Frei wie ein Vogel eben. Nur statt in der Luft befriedigen die Rider ihren Freiheitsdrang im freien Ski-Gelände.

Auch Flo Orley ist guter Laune, obwohl er bei schwierigen Schneebedingungen keinen idealen Run erwischte. „Es war schwer“, seufzt der zweifache Vater, der zusammen mit Fotograf Tommy Bause über das Gelände stapft.

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Auch Reinhard Wieser, Geschäftsführer der Bergbahnen Axamer Lizum, blickt entspannt auf das Geschehen. Er ist beeindruckt vom Niveau. In der Lizum setzt man auf den Boom Freeriden. „Man braucht sich ja nur anschauen, was im Sportartikelgeschäft verkauft wird. Das Interesse ist da.“ Sicherheitsbedenken wischt er vom Tisch. „Die Menschen sind viel besser ausgerüstet als noch vor 20 Jahren. Auch der Wissensstand ist ein ganz ein anderer.“

Und einer der zufriedensten Menschen in der Li­zum war dann wieder Dominik Olavide. Der Newcomer sorgte mit Rang vier für eine Überraschung, Flo Orley wurde „nur“ Zehnter. Also von wegen Übermut ...


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