Kostüme von A wie Asterix bis Z wie Zebra zu verleihen

Wer für die Faschingszeit noch ohne Kostüm und Idee ist, wird beim Arzler Kostümverleih Maurer-Hundegger bestimmt fündig.

Von Sabine Schluifer

Innsbruck, Arzl –Der Kostümverleih ist ein riesiger, heller Dachgeschoßraum mit roten Teppichen und Umkleidekabinen aus rotem Samt. Eine im 60er-Jahre-Stil gekleidete Schaufensterpuppe „unterhält“ sich mit einem „Matrosen“, der auf einer Couch sitzt. Schräg daneben gibt Geschäftsführerin Cäcilia Maurer an der Holztheke die nummerierten Kostüme aus und nimmt telefonische Reservierungen entgegen.

Rund 2500 bunte Kostüme hängen zweistöckig übereinander in einem Nebenraum. „Unsere Aufgabe ist die Beratung. Das ist das Um und Auf“, fasst Sieglinde Weger ihre 30-jährige Erfahrung zusammen. „Zudem entwerfen wir fast jede Saison neue Kostüme und setzen diese zusammen mit unserer Schneiderin um“, ergänzt Maurer. Es sind zwei humorvolle Damen, die ihren Kunden mit Erfahrung und Menschenkenntnis weiterhelfen. Viele Erinnerungen der beiden beginnen mit der Frage: „Weißt du noch?“ Und natürlich weiß die andere noch und schon haben sie den größten Spaß. „Zu uns kommen keine Unlustigen. Die Leute freuen sich auf das Faschingsfest, für das sie sich einkleiden, und haben meistens eine riesige Gaudi schon beim Aussuchen und Anprobieren“, erklärt Maurer.

Da kommt die Nichte der beiden Beraterinnen herein. Stefanie Winter und ihre zweijährige Tochter Florentina suchen für den Fasching noch Kostüme. Etwas Herrschaftliches schwebt ihnen vor. Florentina knabbert an dem Keks, den sie von „Tante Siegi“ bekommen hat, und probiert mit großen Augen die Kleider. „Wir sind als Kinder oft einfach so zum Verkleiden herübergekommen, das macht Florentina jetzt auch“, erzählt Winter. „Das ist gut so. Schließlich soll die Tradition des Kostümverleihes ja fortgeführt werden“, freuen sich die beiden Tanten. Und diese Tradition geht bis ins Jahr 1928 zurück, als Großmutter Emma Hundegger mit dem Nähen von Ballkleidern anfing und nach und nach immer mehr Faschingskostüme anfertigte. Einige davon befinden sich noch im Fundus.

Die Kunden seien vorwiegend Stammkunden. Mittlerweile buchten viele Hotels Kostüme fürs Personal, aber auch Private aus ganz Tirol kämen alle Jahre wieder, so Maurer. „Es schneidert heute kaum noch jemand selbst, weil die Zeit fehlt und die Stoffe zu teuer sind“, sagt sie. Die Leihgebühr pro Verwendung und Kostüm samt Kopfbedeckung oder Accessoire liegt zwischen 20 und 45 Euro inklusive Reinigung. Die Kunden würden großteils sorgfältig mit den Kleidern umgehen. „Viel weniger Brandflecken in den letzten Jahren“, wirft Weger ein. „Ich sag’ den Leuten immer, kleinere Schäden reparieren wir. Schließlich verleihen wir hier ja Kostüme und keine Designerklamotten. Die Leute sollen Spaß haben und tanzen. Wenn da mal eine Naht aufgeht, ist das kein Problem“, sagt Maurer mit einer wegwerfenden Handbewegung.

Und was ist der Renner dieser Saison? „Fluch der Karibik, Fluch der Karibik, Fluch der Karibik“, lacht Maurer, „das wird wohl so bleiben, bis wieder ein Film gut einschlägt. Die Trends kommen aus der Filmindustrie.“ „Ich bin immer gern als Spanierin gegangen oder Burgfräulein“, erzählt Weger von ihrem Lieblingskostüm. Maurer findet die Tierkostüme am tollsten. Dieses Jahr werden die beiden selbst wenig feiern und vom Unsinnigen Donnerstag bis Faschingdienstag durcharbeiten. „Aber am Dienstag reißen wir uns dann zur Belohnung ein Flascherl auf“, verrät Maurer.


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