Sanktionsverstoß? Iran und Irak schließen offenbar Waffendeal ab

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem Millionendeal zwischen dem Iran und dem Irak. Damit würde Teheran gegen UN-Sanktionen verstoßen.

Bagdad - Der Irak hat offenbar einen millionenschweren Waffendeal mit dem Iran abgeschlossen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte am Montag Dokumente, die acht Aufträge in der Höhe von insgesamt 195 Millionen Dollar (142,26 Mio. Euro) belegen. Mit einem solchen Deal würde der Iran gegen UN-Sanktionen verstoßen, die ihm wegen seines Atomprogramms auferlegt worden waren.

Ali Mussawi, ein Sprecher des irakischen Premierministers Nuri al-Maliki, wollte den Deal gegenüber Reuters nicht bestätigen. Ein solcher wäre aber verständlich angesichts der Sicherheitsprobleme, mit denen der Irak derzeit konfrontiert wäre, sagte Mussawi. Man würde einen Kampf gegen den Terror führen und wolle diesen gewinnen. Al-Maliki hatte sich in letzter Zeit öfters über die langsamen Waffenlieferungen der USA beklagt. Im vergangenen November reiste er nach Washington, um mehr Waffen für den Kampf gegen militante Al Kaida-Gruppen im Irak zu erreichen. Noch Ende November entstand dann angeblich der Deal mit dem Iran.

Die iranische Regierung dementierte den Waffendeal. Laut den Dokumenten, die Reuters vorliegen, haben die Verteidigungsminister der beiden Länder das Abkommen unterzeichnet. Reuters zitierte einen nicht namentlich genannten US-Vertreter, dass ein solcher Deal ernsthafte Folgen hätte, da er die Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm stark verkomplizieren würde. Jede Lieferung von Waffen an ein Drittland wäre ein direkter Verstoß gegen die Sanktionen. Der Iran wird vom Westen verdächtigt, an einer Atombombe zu arbeiten, die Führung der Islamischen Republik dementiert dies.

Es wäre der erste offizielle Waffendeal zwischen dem Irak und dem Iran. Seitdem im Irak eine schiitische Regierung an der Macht ist und die US-Truppen abgezogen sind, haben sich die beiden Länder angenähert. Der ebenfalls schiitische Iran steht unter dem Verdacht, das Assad-Regime in Syrien mit Waffenlieferungen zu unterstützen. (APA)

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