Kunstverein mit vielen Ideen

Der Verein der Freunde zeitgenössischer Kunst zog eine erfolgreiche Jahresbilanz.

Arbeiten im wiedergewählten Vorstand: Ilse Geiger, Brigitte Schild, Alois Schild, Karin Friedrich und Martin Seiwald (v. l.).
© Spielbichler

Kramsach – Der Verein der Freunde zeitgenössischer Kunst zeigt sich auch nach 22 Jahren mehr denn je als konstante Komponente im Unterinntaler Kulturleben. Er leistete über Jahrzehnte Pionierarbeit im Bereich der zeitgenössischen Kunst, wie auch bei der historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in seinem Wirkungsbereich. Bei der Jahreshauptversammlung wurde kürzlich der amtierende Vorstand einstimmig für eine weitere Periode wiedergewählt.

Auf ein ereignisreiches Jahr blickte Obmann Martin Seiwald bei der Versammlung zurück und erinnerte an das 20-Jahr-Jubiläum des Kramsacher Skulpturenparks, das mit der Herausgabe eines Kataloges gefeiert wurde. Die Mitorganisation des Karibufestes, das auch heuer stattfindet, zählte ebenso zu den Vereinsaktivitäten wie Ausstellungen im Kunstforum Troadkastn. Als vor 22 Jahren am Küchentisch des künstlerischen Leiters Alois Schild der Kunstverein als Plattform für Kulturarbeit in Kramsach ins Leben gerufen wurde, war den Gründern klar, dass sich das Engagement nicht auf das Ausstellen von zeitgenössischer Kunst beschränken würde. Kunst wird als Bestandteil des täglichen Lebens verstanden – und so erfolgte bereits seit 1995, beginnend mit der Erinnerung an die Euthanasie-Opfer aus Mariathal, die konsequente Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Ort.

Das gesellschaftliche Engagement setzt sich heuer mit einem neuen Projekt fort, das die enge Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Förderverein Flüchtlingsheim Landhaus vorsieht. „Es geht darum, diese Menschen ins Dorfgeschehen aktiv einzubinden und zu helfen – ob bei Behördengängen, beim Einkauf oder beim Deutschlernen“, erklärt Obmannstellvertreterin Karin Friedrich, Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin in Kramsach. Fix vorgesehen sind eine Ausstellung mit Götz Bury, die am 5. April mit einer Kochshow eröffnet wird, sowie eine Ausstellung von Kolonialskulpturen aus Afrika im Juni. Die Jahreshauptversammlung bildete den Rahmen, um zwei Kunstfreunden besonders zu danken: Christoph Widmann und Obmann Seiwald.

Vorreiter war der Verein in der Vernetzungsarbeit mit zeitgenössischen KünstlerInnen inner- und außerhalb Europas, die besondere Früchte trägt: Alois Schild darf 2015 bei der 56. Biennale in Venedig ausstellen. (vsg)

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