Seit zwanzig Jahren unter einem Dach

Knapp 1300 Schüler zählt die Musikschule in St. Johann. Das runde Jubiläum wird heuer am 1. März gefeiert. Das Ausbildungsangebot hat sich weiterentwickelt, neue Räumlichkeiten wurden bezogen.

Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –Mit der Blockflöte die Musikwelt erobern: Das klassische Einstiegsinstrument in den Instrumentalunterricht gibt es nicht mehr. „Das Lernen der Blockflöte ist rückläufig“, erklärt Martin Rabl, Musikschulleiter der Landesmusikschule (LMS) St. Johann. Seit 1. März 1994 bilden die St. Johanner mit den Expositionen Fieberbrunn und Kössen einen Teil des Tiroler Musikschulwerks. Beigetreten sind 1994 auch Brixental – Hopfgarten feierte bereits sein rundes Jubiläum – sowie Kitzbühel. Mit knapp 1300 Schülern gehört St. Johann zu einer der größten Schulen im Land.

Elf Gemeinden sind Mitglied und 27 Instrumentalfächer werden angeboten. Das Wissen wird von rund 50 Musiklehrern weitergegeben. Seit 2004 in den neuen Räumen im Kommunalzentrum, vorher in den Klassen der Volksschule. Entscheidend verändert hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur die Schülerzahl – von anfänglich 328 auf derzeit knapp 1300 –, sondern auch die Ausbildung der Lehrer. Im Jahr 1993/1994 fand die große Reform statt. Ein Lehrplan mit genauen Anforderungen wurde erstellt. In den vergangenen Jahren wurde dieser regelmäßig adaptiert. „Das Niveau hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren gesteigert“, erklärt Rabl. Musste man sich früher mit den Räumen von Volks- und Hauptschulen arrangieren, ist die Musikschule seit 2004 im Kommunalzentrum untergebracht. Auch die Ausstattung ist im Laufe der Jahre schrittweise aktualisiert worden: Computer und Stereoanlagen befinden sich in den Unterrichtsräumen. „So können Musikstücke vorgespielt und heruntergeladen werden“, zeigt der Musikschulleiter auf. Geändert hat sich auch die Unterrichtsform. Gab es früher vermehrt den Einzelunterricht, so ist heutzutage der Gruppenunterricht eindeutig am beliebtesten.

Rabl ist als Leiter seit 21 Jahren im Dienst. Am deutlichsten spürt er die Veränderungen im Büro – der Papierkram ist mehr geworden. Allein im vergangenen Jahr sind 60 Vortragsabende, neun Auftritte in der Kirche und sieben Prüfungskonzerte gespielt worden. Dazu kommen noch 65 Musikschüler, die in den Jugendblasorchestern Unterricht erhalten, sowie dreißig Teilnehmer beim Musikwettbewerb „Prima la Musica“. Die Schüler sind dabei unterschiedlich alt. Von den Vierjährigen, die mit der Musikpädagogik starten, bis hin zu Pensionisten, die ein Instrument erlernen wollen.

Entwickelt hat sich nicht nur die Musikschule, sondern auch die Instrumente. Fast überall gibt es Kinderinstrumente. „Dadurch ist das Einstiegsalter der Musikschüler gesunken“, sagt Rabl. Einige der ehemaligen Musikschüler sind mittlerweile als Lehrer in St. Johann tätig. Das runde Jubiläum wird heuer gleich mehrmals gefeiert. Mit der Big Band Night beginnt am Samstag, 8. März, der Reigen im Kaisersaal, das Preisträgerkonzert findet am 29. März in der Alten Gerberei statt. Anschließend spielen Lehrer und Absolventen auf.


Kommentieren


Schlagworte