Zillertaler sonnten sich in Sotschi an Putins Seite

Die Zillertaler Touristiker ziehen nach ihrem Werbeauftritt im Austria Tirol Haus positiv Bilanz und verweisen auf enorme Medienpräsenz.

Von Angela Dähling

Schlitters –„Wir haben medial das Beste für unser Tal aus Sotschi herausgeholt“, lautet die Bilanz von Andreas Hundsbichler als Verwaltungsratsvorsitzender der Zillertal Tourismus GmbH (ZTG). Dass mit Wladimir Putin „der mächtigste Mann“, so Hundsbichler, das Austria Tirol Haus besucht habe, und umrahmt von den Zillertaler Sängern Schnaps getrunken hat, darauf ist man bei der ZTG besonders stolz. „In 354 Medien wurde darüber berichtet und auch immer die Zillertaler Sänger und der Zillertaler Schnaps genannt“, behauptet ZTG-Geschäftsführer Gernot Paesold. Millionen Russen hätten laut eines Medienberichts den Besuch ihres Präsidenten bei den Zillertalern im Fernsehen gesehen, sagt Paesold.

Dass Putins Politik umstritten ist, wurde beim Kampf um das olympische Vermarktungsgold zur Nebensache. „Wir sind nicht verantwortlich dafür, das Sotschi den Zuschlag bekam“, meint Hundsbichler und Paesold ergänzt, eine polarisierende Person sei notwendig, um den nötigen medialen Effekt zu erzielen. Nachsatz: „Der Putin-Besuch bei uns wurde in keiner Zeitung negativ beurteilt.“

Man habe davon auch bei den russischen Reiseveranstaltern, die einen Tag nach dem Putin-Besuch ins Austria Tirol Haus kamen, profitiert. „Wir konnten unsere Kontakte zu ihnen in einer entscheidenden Phase intensivieren und neue Veranstalter hinzugewinnen“, sagt Paesold.

Zum gastgeberischen Erfolg hätten neben den Zillertaler Sängern auch die Zillertaler Tourismusschüler, Haubenkoch Alexander Fankhauser und Leonhard Stock beigetragen, betonen die Touristiker. Im Außenbereich des Hauses sei der Zillertaler Schneemann, bei dem die Ski-Stars sich im „Hau den Lukas“-Bewerb messen konnten, beliebtes Fotomotiv gewesen. Alle Medaillengewinner in den alpinen Skidisziplinen wurden zudem mit einem Urlaubsgutschein fürs Zillertal beschenkt – nach dem Motto „In Sotschi am Podest, im Zillertal am Gipfel“.

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130.000 Euro hat die ZTG für ihren Sotschi-Auftritt budgetiert. Damit werde man auch das Auslangen finden, erklärt Paesold. Dazu, dass es laut LH Platter das Austria Tirol Haus in dieser Form nicht mehr geben soll, wollen die Zillertaler Touristiker nichts sagen. „Das ist eine politische Sache“, meint Hundsbichler und verweist dann auf die Äußerungen pro Austria Tirol Haus von Karl Stoss (Casinos Austria), LA Siegfried Egger und LHStv. Josef Geisler. Bei der nächsten Winterolympiade in Südkorea werden die Zillertaler nicht werben. Paesold: „Das ist kein Kernmarkt von uns.“


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