Schüler nehmen Senioren die Scheu vor neuen Medien

Elektronische Medien eröffnen im Seniorenzentrum Reutte neue Möglichkeiten und helfen im Kampf gegen Einsamkeit und Langeweile.

Von Hans Nikolussi

Reutte –Alt und Jung zusammen an den Computer zu bringen, um damit Senioren den Umgang mit den „neumodischen Kastln“ zu erleichtern, war das Ziel. Im Seniorenzentrum „Zum guten Hirten“ ist nach einigen Vorarbeiten eine Computeria eingerichtet worden. Als Zentrum des lebenslangen Lernens bezeichnete Landesrätin Beate Palfrader die neue Einrichtung bei der Eröffnung im Heim an der Reuttener Allgäuer Straße.

Im Keller des Hauses stehen der älteren Generation ab sofort vier Computerarbeitsplätze zur Verfügung. Es gilt, den älteren Menschen die Scheu vor dem für manche „neumodischen Ding“ zu nehmen und Fertigkeiten zu erlernen, die den Alltag durchaus erleichtern können. Auf Initiative des Landes Tirol, Abteilung JUFF (Familien, Frauen, Jugend, Integration und Senioren) sind im ganzen Land derartige Zentren entstanden.

Palfrader: „Das Besondere am Modell der Computeria Reutte ist die Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenzentrum, der Außerferner Seniorenorganisationen und der Neuen Mittelschule Untermarkt. Alt und Jung treffen aufeinander, lernen, sich zu verstehen, und helfen sich gegenseitig.“

Die Computeria, eine Wortkreuzung aus Computer und Cafeteria, soll also ein Ort des Lernens, aber auch der Begegnung werden. Gelehrt wird in entspannter Atmosphäre der Umgang mit Laptop, Smartphone, Tablets und vielen anderen technischen Geräten. Die fachliche Unterstützung dazu erhalten die Seniorinnen und Senioren von den Pädagogen und Schülern der Neuen Mittelschule Untermarkt unter der Federführung von Fachlehrer Andreas Werth. Die Schüler helfen den älteren Menschen, die Scheu vor dem PC und dem Internet abzulegen, und unterstützen sie dabei, geistig fit zu bleiben. Dabei geht es um ganz praktische Anwendungen, wie E-Mails senden, Bestellungen tätigen sowie Texte erstellen und Bilder bearbeiten. Bürgermeister Alois Oberer bedankte sich in Anwesenheit seines Gemeinderats beim Land, den Sponsoren EWR und Sparkasse, den Lehrern und Schülern und den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Seniorenzentrums und bezeichnete die Computeria als „sinnvolle Initiative, die hervorragend in die seit Jahren gelebte Hausphilosophie nach der Eden-Alternative passt“.

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Einhellig war man der Meinung, dass mit dieser Einrichtung die Grundleiden älterer Menschen, nämlich Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile, wirksam bekämpft werden können. Die Neue Mittelschule öffne sich gerne und die Schüler und Lehrer seien an ihrem freien Nachmittag bereit, sich der guten Sache anzunehmen, meint auch der Direktor der Schule im Untermarkt, Gerfried Breuss. Der Lehrbetrieb zusammen mit den Pädagogen und den Schülern findet jeweils am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr statt. Das Angebot ist für Pensionisten kostenlos. Interessierte können sich telefonisch unter 05672/72203 oder natürlich – passend zur neuen Einrichtung – auch per Mail an computeriareutte@reutte.at melden.


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