Die Erleuchtung kam im dunklen Keller

Der Strader Künstler Willi Pechtl wurde Ehrenmitglied des „Kunstraumes Pettneu“: Er fand den idealen Ort für die Galerie.

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Von Markus Hauser

Pettneu, Tarrenz –Aus biologischer Sicht hat ein Kind immer nur einen Vater. Beim Erfolg verhält es sich bekanntlich oft anders, der kann viele Väter haben. Seit nun fast zehn Jahren gibt es den Kunstraum Pettneu, zu dessen Entstehung man zwar mehrere als Väter verantwortlich machen kann, aber als unumstrittenen „Hauptvater“ darf man den in Strad bei Tarrenz lebenden Künstler Willi Pechtl bezeichnen.

Willi Pechtl, der sich als Buchautor, Grafiker, Layouter zahlreicher Bücher, Schöpfer exzellenter Plakate und Mitgestalter des Turmmuseums in Oetz einen Namen gemacht hat, wurde von Oswald Perktold, seines Zeichens „Fädenzieher“ in Sachen Kultur am Arlberg, im Jahre 2002 nach Pettneu gebeten. Der Grund: Auf der Suche nach Wänden, an denen man Bilder des Malers Ernst Platz zu einer kleinen Ausstellung versammeln könnte, wurde Pechtl von Perktold in den Widum geführt. Der sah so gar nicht nach potenzieller Galerie aus. Schließlich meinte Pechtl an der Stiege zum Keller: „Wos ischn do untn?“ „Dr Kaller, i bin åber no nia dunta gwest“, antwortete darauf Perktold und man wagte den gemeinsamen Abstieg. Unten angekommen meinte Pechtl: „Des tat sie fir a kluane Galerie guat eignen!“

Das war sozusagen die Erleuchtung im dunklen Keller. Die Schnellexpertise war der Impuls für die Erfolgsgeschichte in Sachen Kunst und Kultur in Pettneu. Aus den Räumlichkeiten entstand eine schmucke Galerie, in der es bis dato mehr als 100 Ausstellungen, Lesungen, Filmabende und Vorträge gab. Nicht nur für seinen Geistesblitz, nein, auch für seinen unermüdlichen Einsatz um das Gedeihen des Pflänzchens Kultur am Arlberg wurde Pechtl am Sonntag zum Ehrenmitglied des Vereins Kunstraum Pettneu ernannt.

Lob gab es von vielen Seiten, selbst aus dem Mund des Tourismussprechers Hans Steiner, der meinte: „Ich stand dem Kunstraum ursprünglich skeptisch gegenüber, inzwischen bin ich überzeugt.“ Seit der Eröffnung des Kunstraumes im Jahre 2005 war Pechtl in Pettneu alles andere als untätig. Das Pettneu-Buch und das Kunstraum-Buch tragen die Handschrift Pechtls. Eine Oral-History-Serie „Pettneuerinnen und Pettneuer erzählen von früher“ als Film, von Pechtl gedreht, soll mit Bildern aus dem Film auch zu einem Buch werden.

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