Volksschule: Notenverzicht bis zur 3. Klasse soll bis Sommer fix sein

Ab Herbst sollen Eltern und Lehrer jeder Volksschulklasse entscheiden können, ob auf Ziffernnoten in der ersten drei Schuljahren verzichtet wird.

Wien – Geht es nach Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), sollen Eltern und Lehrer jeder Volksschulklasse ab dem kommenden Schuljahr darüber entscheiden können, ob sie bis zur dritten Klasse auf Ziffernnoten verzichten. Die entsprechende Gesetzesänderung soll bis Sommer fix sein, hieß es am Dienstag aus dem Ministerium. Derzeit ist der komplette Notenverzicht nur im Schulversuch möglich.

Ab Herbst reicht es damit, wenn das aus Eltern und Lehrern bestehende Klassen- bzw. Schulforum dafür stimmt, statt der Ziffernbeurteilung verbale Beschreibungen, verbindliche Elternaussprachen, Leistungsvorlagen oder Lernzielkataloge einzusetzen. Seit der Jahrtausendwende haben rund 2.800 Schulversuche dazu an den rund 3.100 Volksschul-Standorten stattgefunden.

Die Aussagekraft von Ziffernnoten ist seit Längerem umstritten, vor allem auch was ihre Rolle als Zugangsberechtigung zu höheren Schulen (AHS, berufsbildende höhere Schule/BHS) betrifft. Bildungswissenschafter haben in Studien vielfach belegt, dass es nur einen geringen Zusammenhang zwischen Leistung und vergebener Note gibt. Weiterer Kritikpunkt: Ob es Schulen gelingt, neben Fachwissen auch Werte, Arbeitshaltung und Sozialkompetenz zu vermitteln, wird in Ziffernnoten bestenfalls unsystematisch abgebildet. (APA)

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