Kritzinger wettert gegen Frühpension

Tirols Seniorenbund-Obmann fordert, dass die Bundesregierung das faktische Pensionsalter endlich ans gesetzliche anpasst.

Innsbruck –„Haben Sie sich schon einmal Gedanken über ihre finanzielle Absicherung im Alter gemacht?“ Mit dieser Frage bringt Helmut Kritzinger, Obmann des ÖVP-Seniorenbundes, regelmäßig junge und junggebliebene Zuhörer zum Grübeln. Bisher nämlich brauchten sich die Menschen in Österreich nicht um diese Frage zu kümmern. Der Generationenvertrag sorgte dafür, dass die Generationen, die sich gerade im Arbeitsprozess befinden, die Pensionen für die Pensionisten sichern.

Doch dieses System steht seit Jahren an der Kippe, seit das tatsächliche Pensionsalter weit vom gesetzlichen abweicht. Weil die Männer im Durchschnitt mit 59,6 und die Frauen mit 57,5 Jahren in Pension gehen statt mit 65 bzw. 60 Jahren, muss der Staat Zuschüsse in Milliardenhöhe leisten, um das Pensionssystem aufrechtzuerhalten. Kritzinger kritisiert in diesem Zusammenhang die Hackler-Pension, die „echte Hackler“ in den seltensten Fällen bekommen, und die Tatsache, dass „immer mehr ältere Arbeitnehmer arbeitslos werden und vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden“.

Die Konsequenz ist für den Seniorenbund-Chef, der mit 86 Jahren immer noch aktiv ist, fatal: „Statt der Arbeitslosenversicherung wird dann die Pensionsversicherung belastet. Und die Kosten dort explodieren!“ Er fordert die Regierung deshalb auf, diese Art von Pensionierung, die den Unternehmen auf Kosten des Staates beim Sparen behilflich ist, „schleunigst abzuschaffen. Wer gesund ist, muss in jedem Alter arbeiten können und dürfen. Er darf nicht wie Alteisen auf den Schrottplatz einer liberalen Marktwirtschaftsgesellschaft geworfen werden.“ (mz)


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