Der Zukunft Osttirols immer einen Gedanken voraus

Seit November arbeiten im Rahmen von „Vordenken für Osttirol“ 130 Personen in Arbeitskreisen an konkreten Strategien für den Bezirk.

Von Christoph Blassnig

Lienz – Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Wie schaffen wir es gemeinsam dorthin? Antworten auf diese Fragen sucht man im Bezirk nicht erst seit einem Jahr. Der Südtiroler Unternehmer Richard Piock stieß 2013 den Prozess „Vordenken Osttirol“ mit einer großen Auftaktveranstaltung an. Die Einladung lautet weiterhin: „Denken Sie mit!“

Arbeitsgruppen zu den Themen Landwirtschaft, Raumentwicklung, Bildung, Energie, Tourismus, Wirtschaft, Arbeit und Soziales arbeiten seit November des vergangenen Jahres an Strategien für eine erfolgreiche Zukunft. Am Dienstag trafen sich alle Teilnehmer erneut und informierten in kurzen Referaten über die Zwischenstände.

„Nicht die Summe der Talente ist entscheidend. Ihre Vielzahl gilt es zu entdecken, auf den ersten Blick verrückte Ideen wertzuschätzen, unseren Talenten in der Region zur Entfaltung zu verhelfen“, forderte Moderator Thomas Walker in seinem Eröffnungsreferat. „Damit der Unterschied entsteht, der den Unterschied macht.“

Bescheidenheit, Mut, Weisheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit müssten die Basis allen Handelns sein. Mit dem aus Salzburg stammenden Philosophen Leopold Kohr zitierte Walker einen weltbekannten Vordenker des zwanzigsten Jahrhunderts. „In unserer Zeit des grenzenlosen Wachstums entdecken wir wieder das Schöne im Kleinen. Es zählt nicht das Bruttoinlandsprodukt von Osttirol, sondern das menschliche Maß: der Glaube an uns selbst, unsere Tugenden und Talente.“

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Um weitere Anregungen zu allen Themenfeldern zu gewinnen, mischten sich die Teilnehmer nach den Präsentationen in Gruppen neu und diskutierten Fragen und Beiträge wie die folgenden:

Soll ein Tourismusverband das Geld der Unterkunftsgeber für Veranstaltungen verteilen oder Gäste werben? Nachhaltige Wirtschaft brauche Gründungsgeist und Unternehmermentalität, schon bei Kindern. Die Energie der Zukunft sei dezentral, aber vernetzt und dadurch krisenresistent und konzernunabhängig.

Was ist mit Kulturtourismus? Können geschmackvolle Qualitätserzeugnisse ab Hof konkurrenzfähig und bedarfsdeckend produziert und vermarktet werden? Wie profitieren alle Generationen von den Erfahrungen der anderen? Was ist unsere Marke Osttirol?

Ein drittes Meilensteintreffen, das Ende April stattfinden wird, wird die Arbeitskreise beschließen. In der Folge werden die gesammelten Ergebnisse redaktionell ausgearbeitet, bevor diese am Mittwoch, 26. Juni, präsentiert werden.


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