Die Zivilisation hat Schluckauf

Servus TV zeigt die Doku „Trashed“, in der Oscar-Preisträger Jeremy Irons im Müll wühlt, als Free-TV-Premiere.

Innsbruck –„Von oben sieht die Erde perfekt aus.“ Mit dieser optimistischen Aussage beginnt Candida Bradys Dokumentarfilm „Trashed“, der heute um 20.15 Uhr auf Servus TV als Free-TV-Premiere gezeigt wird. Und den britischen Oscar-Preisträger Jermey Irons auf eine 100-minütige Reise um die Welt schickt, bei der er sich nicht nur einmal die Hände schmutzig macht. Positiv ist nämlich nur der Startschuss der Doku, die 2012 bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen war, und ein globales Problem zum Thema hat, das buchstäblich zum Himmel stinkt: die immer größer und bedrohlicher werdenden Müllberge.

Irons ist nicht der erste Prominente, der sich filmisch in den Dienst des Umweltschutzes stellt. 2006 sorgte US-Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat Al Gore mit dem Dokumentarfilm „Die unbequeme Wahrheit“, der die globale Erwärmung thematisierte, für Aufsehen. Der Film, der von Davis Guggenheim realisiert wurde, heimste 2007 zwei Oscars ein – für den besten Dokumentarfilm und den besten Song, den Melissa Etheridge beisteuerte. Und dessen Titel „I Need To Wake Up“ als Appell für mehr Umweltbewusstsein zu verstehen ist.

Auch in „Trashed“ fehlt dieser Appell nicht. Aber bevor Jeremy Irons mit sonorer – leider synchronisierter Stimme – dazu aufruft, sich rasch mit der Müllproblematik auseinanderzusetzen, reist er zu diversen Abfall-Knotenpunkten und spricht vor Ort mit Aktivisten, Experten und Betroffenen. Egal, ob im Libanon oder in Island, in Indonesien oder in der Antarktis, in Vietnam oder in Frankreich – die Wegwerfgesellschaft hat überall ihre tödlichen Spuren hinterlassen. „Trashed“ liefert drastische Bilder und beängstigende Botschaften: Wenn die Menschheit weiter so sorglos mit Müll um sich wirft, werden die Meere zu „Giftsuppen“, gibt’s bald mehr Abfall als Leben auf unserem Planeten. „Die Zivilisation hat Schluckauf“, heißt es an einer Stelle. Und damit der nicht chronisch wird, muss sich was verändern. Anhand von San Fransiscos Null-Müll-Strategie und Läden, die weitestgehend ohne Verpackung auskommen, zeigt „Trashed“, dass das funktionieren kann. Einziger Wermutstropfen: Zwischendurch lässt Jeremy Irons den Saubermann zu pathetisch heraushängen. (fach)

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