Jordanische Abgeordnete fordern Aufhebung des Friedens mit Israel

Das israelische Parlament hatte zuvor über die Annektierung des Tempelbergs, der unter Aufsicht von Jordanien steht, debattiert.

Amman/Jerusalem – Nach einer Debatte im israelischen Parlament über eine Annektierung des Tempelbergs in Jerusalem haben mehrere dutzend jordanische Abgeordnete die Annullierung des Friedensvertrags mit Israel gefordert. „Die Aktionen von Israel verletzen eindeutig den Friedensvertrag. Es handelt sich um einen Angriff auf die Rolle Jordaniens als Hüter“ des Tempelbergs, heißt es laut Medienberichten vom Mittwoch.

47 der 150 Abgeordneten des Unterhauses in Amman hätten eine entsprechende Resolution unterzeichnet, berichtete die Zeitung „Al-Rai“. Der Friedensvertrag von 1994 überträgt Jordanien die Aufsicht über die heiligen muslimischen Stätten in Jerusalem, darunter auch den Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom. Der Tempelberg liegt in dem von Israel seit dem Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 besetzten Ost-Jerusalem. Während die Al-Aksa-Moschee eine der heiligsten Stätten der Muslime ist, ist die Klagemauer am Westrand des Tempelbergs den Juden heilig. Es gibt seit Jahrzehnten immer wieder Streit um die Verwaltung der Anlage und die Zugangsregelung für Touristen und Pilger.

Die Knesset hatte am Dienstagabend über einen Antrag eines Abgeordneten der extremen Rechten debattiert, der darauf abzielte, den Tempelberg zu annektieren. Eine Abstimmung über den umstrittenen Antrag gab es nicht, auch Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach sich dagegen aus. (APA)

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