Österreich als Anwalt Serbiens in der EU

Von Floo Weißmann aus Belgrad...

Sie hatten sich viel zu sagen: Österreichs Außenminister Sebastian Kurz und der serbische Vizepremier Aleksandar Vucic gestern in Belgrad.
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Von Floo Weißmann aus Belgrad

Belgrad –Selbst in der Diplomatie sagen Bilder manchmal mehr als viele Worte. Das gilt auch für die Pressekonferenz von Außenminister Sebastian Kurz mit dem serbischen Vizepremier Aleksandar Vucic in Belgrad. Während die Übersetzerin spricht, stecken die Politiker die Köpfe zusammen und tuscheln. Ein Nicken; ein Lächeln. Hier, sagt dieses Bild, ziehen zwei an einem Strang.

Der Strang ist Serbiens EU-Beitritt, über den seit Jänner verhandelt wird. „Österreich ist einer der wichtigsten Partner auf dem europäischen Weg Serbiens und der wichtigste Investor im Land“, sagt Vucic. In Kurz erkennt er einen „großen Freund Serbiens“.

Vucic gilt als der starke Mann in Serbien. Der zum überzeugten Pro-Europäer gewandelte frühere Nationalist führt die stärkste Partei SNS, die nach der Parlamentswahl am 16. März laut Umfragen möglicherweise alleine regieren kann. Er verspricht, dass Serbien „trotz aller Turbulenzen in der Region“ stabil bleiben und Reformen vorantreiben werde. Kurz lobt den Kampf gegen die Korruption: „Diese Entwicklungen sind genau die richtigen für Serbien.“ Sie würden die Bedingungen schaffen, die Österreichs Investoren erwarten.

Der Chefdiplomat erklärt auch, warum Österreich sich so sehr für Serbien einsetzt. Es gebe enge wirtschaftliche, kulturelle und menschliche Verbindungen – in Österreich leben 300.000 Menschen mit serbischen Wurzeln. Gleichsam als Gastgeschenk hat er die Verdoppelung des österreichischen Budgets für die Beitrittsbetreuung auf nunmehr vier Mio. Euro mitgebracht.

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Ob er glaube, dass Serbien die EU-Beitrittsverhandlungen bis 2018 abschließen kann, will eine serbische Journalistin von Kurz wissen. Der Außenminister versprüht Charme: Er verspüre in Serbien „doch den starken Willen, das Land fit für die EU zu machen“. Er hoffe, „dass Serbien es möglichst schnell schafft – im Idealfall bis 2018“.


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