Internet-Geld Bitcoin stürzt ins Chaos

Tokio – Die umstrittene Digital-Währung Bitcoin steckt in der Krise. Nachdem die wichtigste Handelsplattform für das Internet-Geld verschwun...

Tokio –Die umstrittene Digital-Währung Bitcoin steckt in der Krise. Nachdem die wichtigste Handelsplattform für das Internet-Geld verschwunden ist, haben japanische Behörden Ermittlungen aufgenommen. Das Portal MtGox ist seit Dienstag im Internet nicht mehr zu finden. Die Handelsplattform für Bitcoins hatte vor zweieinhalb Wochen alle Aktivitäten gestoppt und dies mit einem Softwarefehler begründet.

MtGox-Kunden kommen nicht mehr an ihre virtuellen Guthaben heran. Im Internet kursiert ein Papier, wonach mehr als 740.000 Bitcoins zum aktuellen Wert von über 300 Mio. Dollar (218,4 Mio. Euro) verschwunden seien. Spekulationen über Insolvenz, Betrug oder einen gigantischen Diebstahl machen die Runde.

Nach langem Schweigen soll MtGox-Chef Mark Karpeles mittlerweile eingeräumt haben, dass dieses Papier „mehr oder weniger“ seriös sei. Unter www.mtgox.com veröffentlichte Karpeles einige Zeilen, wonach er an einer Lösung der Probleme arbeite. Der Handel bleibe ausgesetzt. Er bat die Nutzer, von Anfragen über den Verbleib ihrer Gelder abzusehen. Laut Wall Street Journal hätten US-Bundesanwälte in New York nun das Unternehmen MtGox unter Strafandrohung aufgefordert, eine Reihe von Dokumenten vorzulegen.

Die virtuelle Währung Bitcoin wurde 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten und Zentralbanken unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echtem Geld schwankt stark. Aufsichtsbehörden hatten mehrfach vor Bitcoins gewarnt. (dpa, APA)


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