Sparsam zu hellem und weichem Licht

Energieeffizienz, geringe Wartungskosten und lange Lebensdauer – das sind die markantesten Beweggründe, warum nicht nur private Haushalte, sondern auch immer mehr Gemeinden auf LEDs setzen.

Der Designer Thomas Grau hat mit der Lampenserie „Falling Waters“ den Trend zu LEDs aufgenommen.
© Thomas Grau

Von Ursula Philadelphy

Innsbruck –International gesehen gilt Los Angeles als Vorreiter in Sachen innovative Straßenbeleuchtung. Immerhin wurden inzwischen von den insgesamt 210.000 Natriumdampf-Hochdruck-Straßenlaternen, wie man sie seit den 1930er Jahren installierte, über 140.000 durch Modelle mit der neuesten LED-Technik ersetzt. Die Stadtverwaltung freut sich, dadurch fast 10 Millionen US-Dollar jährlich an Strom- und Wartungskosten einsparen zu können. Einzig der amerikanische Filmblog „nofilmschool“ ortet bezüglich der LED-Beleuchtung irreversible Auswirkungen auf Hollywood: „Hollywood will never look the same again – on film or otherwise“ stand da jüngst zu lesen. Warum? Ganz einfach. Filme wie „Collateral“ oder „Drive“ wurden in Los Angeles gedreht, weil das „alte“ Licht mit dem typischen Orangeton eine ganz bestimmte Atmosphäre evozierte, wohingegen das Licht der LED-Lampen blaustichig rüberkommt.

Blau gegen Orange – davon kann man sich seit ein paar Wochen übrigens auch in Sistrans einen Eindruck verschaffen. Die Neugestaltung des Farmachweges inkludiert auch neue Laternen. Laut Amtsleiter Andreas Kirchmair wollte man „auf ein modernes und zukunftsfähiges System umsteigen“, wenn Straßenzüge neu gestaltet werden. Eine komplette Umrüstung sei nicht zu finanzieren, aber à la longue werden „die alten Natriumdampflampen auslaufen“. Den ersten Anstoß gab es übrigens von den Innsbrucker Kommunalbetrieben, die eine eigene Beratungsstelle haben und in den vergangenen Tagen auf der Inncom-Messe auch mit einem Produktfolder für zukunftsorientierte Lösungen warben.

Auch Fassadenbeleuchtungen können energiesparend mit der LED-Technik entwickelt werden. International federführend mit dabei ist die in Götzens ansässige Firma Prolicht. Bereits vor einigen Jahren hat die Firma im Rahmen eines Projektes des Zukunftszentrums eine LED-Beleuchtungsleiste entwickelt, die in Gebäudefassaden integriert werden kann und somit eine vollkommen neuartige Fassadenbeleuchtung ermöglicht. Mit einem minimalistischen Profil sowie hoher Lebensdauer, und das äußerst energiesparend, kann damit eine Fassade in der Nacht angestrahlt werden. Interessant ist dieses Produkt sowohl für moderne Firmengebäude als auch bei historischen Gebäuden. Die Innsbrucker Hofburg etwa könnte statt mit riesigen 1000-Watt-Scheinwerfern mit einem schmalen Profil bestückt werden, das pro Laufmeter 36 Watt verbraucht.

Prolicht ist mit seinen bisherigen Produkten bereits weltweit in 43 Ländern vertreten; als Hauptkunden sieht Geschäftsführer Walter Norz jene Architekten, „die es zu schätzen wissen, dass wir die richtige Technik ins richtige Design verpacken und damit ein ästhetisches, architektonisches Produkt produzieren“. Sogar Zaha Hadid hat bereits auf das Know-how von Prolicht gesetzt.

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In Zusammenarbeit mit dem Lichtlabor Bartenbach wurden Reflektoren bis ins kleinste Detail berechnet, wodurch es gelang, ein Modell zu entwickeln, dessen Wirkungsgrad bis zu 20 % besser ist als konkurrenzierende Produkte. Inzwischen hat sich natürlich alles weiterentwickelt und der weltweite Kundenstamm wächst kontinuierlich. Neben bekannten Architekten und großen Institutionen setzen immer mehr Private auch auf LEDs und in schöner Regelmäßigkeit werden kultige Designerlampen in Re-Editionen mit dieser Technik ausgestattet. Jüngstes Beispiel sind fünf Leuchten von Gino Sarfetti, der 1939 in Venedig die heute berühmte Leuchtenwerkstatt Arteluce gründete. Im Projekt „Re-Lighting“ hat Flos nun unter anderem die legendäre Tischleuchte „584“ mit LEDs adaptiert.

Trendig auch „Rope Trick“ von Wrong für Hay, wobei die dimmbare Lampe blendfrei ist, dank einer Plastiklinse im Leuchtkopf. „Falling water“ von Tobias Grau kommt auch mit LEDs daher und „up“ von Mattias Stahlbom für Muuto ist eine kompakte, sehr elegante Lampe, die dank ihrer schrägen Tütenform und einem sehr warmen LED-Licht eine weiche, heimelige Atmosphäre schafft. Im Interieurbereich ist man schon längst vom blaustichigen Licht weggekommen.


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