Bodenoperation gegen illegale Siedler in Brasilien Utl.: Holzfäller und Farmer gefährden „bedrohtestes Volk der Welt“ - NGO wertet Offensive als wichtigen Erfolg

Brasilia (APA) - Die brasilianische Regierung hat eine Bodenoffensive gegen Siedler und Holzfäller auf dem Gebiet des indigenen Volkes Awá b...

Brasilia (APA) - Die brasilianische Regierung hat eine Bodenoffensive gegen Siedler und Holzfäller auf dem Gebiet des indigenen Volkes Awá begonnen. Es handle sich um einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen die Ausrottung des Stammes. Das berichtete am Mittwoch die NGO Survival International, die eine Kampagne zur Rettung der Awá gestartet hat.

Die NGO bezeichnet die Awá als das „bedrohteste indigene Volk der Welt“. Illegale Siedler und Holzfäller würden den Lebensraum der Awá im Amazonasgebiet zerstören und gewaltsam gegen die Ureinwohner vorgehen. Besonders gefährdet seien laut Survival International die sogenannten „unkontaktierten“ Indigenen, welche keine Verbindung zu Menschen außerhalb ihres Stammes haben und den Übergriffen schutzlos gegenüberstehen. Im Jänner begann die brasilianische Regierung, die Siedler zum Verlassen des Gebietes aufzufordern. Die erste Frist dazu ist am 24. Februar ausgelaufen, bis 9. März sollen Bodentruppen die verbliebenen Siedler ausweisen.

In einer Aussendung von Survival International sagte der Direktor Stephen Corry, dass die Operation vor allem durch den öffentlichen Druck zustande gekommen sei. Prominente wie der Schauspieler Colin Firth und die Designerin Vivienne Westwood unterstützten die Kampagne der NGO, die auch eng mit anderen Organisationen zusammenarbeitet, darunter die Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (IACHR) und Brasiliens Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI).

Zum Stamm der Awá zählen rund 300 Menschen, rund 60 von ihnen hatte noch nie Kontakt zur Außenwelt. Sie leben vor allem vom Fischfang sowie gesammelten Früchten aus dem Urwald. Ihr Gebiet liegt in der Region um den Bundesstaat Maranhao und wurde von der Regierung unter Schutz gestellt. Bereits in den 1970er-Jahren hatte die Eröffnung einer großen Eisenmine den Awa zu schaffen gemacht. Für das von der Europäischen Union und der Weltbank finanzierte Projekt wurde eine Eisenbahnlinie durch ihr Gebiet gebaut. Durch mitgebrachte Krankheiten und gewaltsame Zusammenstöße mit Siedlern starben nach Angaben von Survival International mehr als zwei Drittel der Stammesangehörigen.

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