Brot der Region hat sich Platz im Körberl erobert

Fünf Jahre „Tiroggl“ im Bezirk Landeck: Heimische Bäcker produzierten zuletzt 31.000 Laibe, sie würden sich mehr touristische Partner wünschen.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Nur Mehl von Bauer­n im Bezirk Landeck – Roggen und Dinkel – steckt im Brot der Region. Die Bäcker haben es „Tiroggl“ getauft – auf Empfehlung des Pfundser Heimatforschers Robert Klien. Auf Zusatzstoffe und Gewürze verzichtet die Zunft der produzierenden Bäcker, die im Bezirk nur noch wenig mehr als zehn Betriebe zählt.

Vor fünf Jahren haben die Bäcker und einige Getreidebauern eine enge Kooperatio­n besiegelt und 11.000 Laibe produziert. Jahr für Jahr stieg die Zahl der „Tiroggl-Fans“, so dass voriges Jahr 31.000 Laibe den Weg ins heimische Brotkörberl fanden. Bezirksbäckermeister Peter Zangerl aus dem Kaunertal freut sich über den Erfolg des Projekts: „Das Feedback von unseren Konsumenten ist großartig. Ebenso erfreulich finde ich, dass alle Kollegen im Bezirk mitmachen und das Brot zum einheitlichen Preis von 2,90 Euro anbieten.“

Mit dem Beispiel „Tiroggl“ sei es gelungen, einen funktionierenden regionalen Wirtschaftskreislauf zu etablieren. Beim Vertrieb und Logistik sei man einem heimischen Lebensmittelhändler zu besonderem Dank verpflichtet. Die Zukunft für das Brot der Regio­n ist laut Zangerl mittelfristig gesichert.

Auch Alfons Wachter, Bäcker­meister und Landesinnungsmeister der Konditoren, zählt zu den „Tiroggl“-Geburtshelfern. „Mit diesem Brot werden wir nie den Bedarf im ganzen Bezirk ab­decken. Dennoch gibt es eine steigenden Zahl an Konsumenten, die Wert auf Regionalität legen.“ Heuer werde man die Zusammenarbeit mit der Initiative „Genusswerkstatt“ verstärken, die der TVB Tirol-West aus der Taufe gehoben hat. „Erfreulich ist, dass wir inzwischen einige überzeugt­e Partner unter den Hotelbetrieben gewinnen konnten“, schilderte Wachter am Donnerstag. „Trotzdem würden wir uns wünschen, dass noch mehr Betriebe das Projekt unterstützen und ihren Gäste damit auch eine Botschaft der Region vermitteln.“

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Wachter sieht „eine gute Zukunft“ für das heimische Brot, trotz globaler Konkurrenz auf dem Markt. Es falle der Zunft allerdings nicht ganz leicht, in Zeiten wie diesen noch Humor zu haben: „Tiefgefrorene Brotteiglinge aus China überschwemmen unseren Markt. Wir sind informiert worden, dass derzeit ein Containerschiff mit satellitenüberwachter Tiefkühlsteuerung nach Europa unterwegs ist.“


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