Das Rote Kreuz baut die Bezirksgrenzen ab

Das Rote Kreuz installiert eine Einsatzleitung für das Unterland. Aber an der Selbstständigkeit der Bezirksstellen wird (derzeit) nicht gerüttelt.

Von Wolfgang Otter

Kufstein, Schwaz, Kitzbühel –„Langsam wachs ma z’amm“ – ein Erfolgssong des österreichischen Liedermachers Wolfgang Ambros, den man ohne Weiteres auch auf die Entwicklung der Bezirksstellen des Tiroler Roten Kreuzes anwenden kann. Die Grenzen zwischen den Bezirksorganisationen beginnen sich nämlich immer mehr aufzulösen.

Nachdem durch die Gründung der gemeinnützigen Rettungsdienst GmbH (Rettungsdienst Tirol) die Fahrzeuge bereits landesweit unterwegs sind, werden nun auch zwei wechselweise personell besetzte REF, Fahrzeuge für die Rettungseinsatzleitung, für die Bezirke Kitzbühel, Kufstein und Schwaz installiert. Das Personal stellen die Bezirksstellen Schwaz und Kufstein, wo auch die Autos stehen. Weitere REF gibt es im Großraum Innsbruck und im Oberland.

„Der Einsatzleiter ist eine Person, die das Einsatzmanagement vor Ort übernimmt und damit die Einsatzkräfte entlastet“, erklärt der Kufsteiner ÖRK-Bezirksgeschäftsführer Harald Bachmeier die Aufgabe des Mitarbeiters.

Gerufen wird er bei größeren Einsätzen bzw. speziellen Aufgaben, wie zum Beispiel zur Assistenz bei Polizeieinsätzen. Das Fahrzeug soll auch über eine Ausrüstung verfügen, die ein erstes Eingreifen ermöglicht.

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Diese Einsatzleitung besteht übrigens bereits auf lokaler Ebene, „aber“, so Andreas Karl, Geschäftsführer des Rettungsdienstes Tirol, „in der Vergangenheit hat es immer wieder personelle Schwierigkeiten gegeben, diese Position durchgehend zu besetzen“.

Das neue Fahrzeug samt Besatzung hingegen steht nun rund um die Uhr zur Verfügung und wird dann losgeschickt, wenn in den drei Bezirken keine lokale Einsatzleitung möglich oder vorhanden ist. Besetzt wird es auch mit hauptamtlichen Mitarbeitern. Damit entspricht der Rettungsdienst Tirol einer Forderung des Landes Tirol. Angesichts der Einsatzzahlen – die Einsatzleitung wird 600- bis 700-mal im Jahr in den Bezirken Schwaz und Kufstein angefordert – zeigt sich deren Bedeutung.

An die 40 ausgebildete Einsatzleiter stehen derzeit in den beiden Bezirken zur Verfügung. „Aber für das neue REF sollte jemand im Inntal wohnen“, sagt Martin Schiestl, Bezirksgeschäftsführer in Schwaz. Vorgesehen ist nämlich, dass der Mitarbeiter das Fahrzeug in der Nacht in den Wohnort mitnimmt und von zuhause aus startet.

Wer also im hintersten Zillertal wohnt, hätte dadurch einen viel zu weiten Anfahrtsweg. Diese Personen würden weiterhin die lokale Einsatzleitung übernehmen. Denn das REF soll eine Ergänzung zu dieser sein.

Trotz der immer stärkeren Zusammenarbeit, die auch die früher existierenden Spannungen zwischen den Bezirken Schwaz und Kufstein abzubauen half, sieht man beim Roten Kreuz noch lange nicht das Ende der selbstständigen Bezirksorganisationen gekommen.

Gerade im Bereich des Vereins sei diese Selbstständigkeit der Bezirke von Vorteil. Und dort, wo es Sinn mache, werde bereits jetzt enger zusammengearbeitet.


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